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2) Gott achtet nicht auf den Stand einer Person

Jemand der »die Person ansieht«, gleicht einem Richter, der seine Klienten nicht nach deren Charakter beurteilt, sondern dem einen zuteilt, was ihm nicht gehört und dem anderen nimmt, was rechtens seines ist. Es ist jemand, der sich von Vorurteilen und unheilvollen Motiven lenken lässt, statt von Gesetz und Gerechtigkeit. Die Schrift verneint, dass Gott so ist. Behauptete die Prädestinationslehre einen solchen Gott, dann, ja dann gäben wir auch zu, dass ihm damit auch Ungerechtigkeit zugeschrieben würde, deren Leugnung zwecklos wäre.

Die Schrift sagt aber, Gott achte den Stand einer Person nicht. Bei seiner Wahl lässt er sich weder von äußerlichen Umständen leiten noch von Rasse, Nationalität, Wohlstand, Kraft, Adel oder sonstigem. Petrus schildert uns einen unparteiischen Gott, der schon keinen Unterschied zwischen Juden und Heiden macht. Nachdem er zu dem römischen Hauptmann Cornelius geschickt worden war, schloss er: »Vielmehr ist ihm in jedem Volk wohlgefällig, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist« (Apg 10,35). Ihre ganze Geschichte lang glaubten die Juden ernsthaft, sie seien als auserwähltes Volk Gottes Günstlinge. Doch die sorgfältige Lektüre der Apostelgeschichte Kap. 10, 1 — 11,18 zeigt den revolutionären Charakter der Idee, dass das Evangelium auch für die Heiden bestimmt war.

Paulus sagt ganz ähnlich: »Hingegen wird Herrlichkeit, Ehre und Friede jedem zuteil, der Gutes tut, zunächst dem Juden, dann auch dem Griechen. Denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person« (Röm 2,10f).

An einer anderen Stelle sagt er: »Da gilt nicht mehr Jude oder Heide, nicht mehr Knecht oder Freier, nicht mehr Mann oder Frau. Ihr seid alle einer in Christus Jesus. Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr auch Abrahams Nachkommen und gemäß der Verheißung Erben« (Gal. 3,28f.). In Eph 6,5—9 werden Herren und Sklaven gleicherweise aufgefordert, gerecht zu handeln, denn Gott, der beider Herr ist, sieht den Stand des Menschen nicht an. Auch in Kol. 3,25 sehen wir einen ähnlichen Gedanken: Die Beziehungen zwischen Vater und Kindern und zwischen Frauen und deren Ehemännern sind darin eingeschlossen.

Jakobus zeigt den unparteiischen Gott im Hinblick auf Reiche und Arme. Der Gutgekleidete sollte dem Armen gegenüber keinen Vorzug bekommen (Jak. 2,1-9). Der Begriff »Person« meint in diesen Versen nicht das Individuum selbst, die Seele, sondern eben die äußerliche Erscheinung, von der sich die Menschen gewöhnlich beeinflussen lassen. Wenn die Schrift also sagt, Gott achte die Person nicht, dann bedeutet das nicht, dass Gott alle Menschen gleich behandelt, sondern ganz einfach, dass der Grund, weshalb Gott den einen rettet und den anderen ablehnt, nicht in Nationalität und anderen Äußerlichkeiten zu suchen ist.

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