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1) Dieser Einwand trifft auch Gottes Vorherwissen

Obgleich das Evangelium vielen Menschen angeboten wird, die es niemals annehmen werden und dies aus ganz subjektiven Gründen auch gar nicht können, betrifft das Angebot alle Menschen mit allem Ernst. Der oft gehörte Einwand des Arminianismus, die Prädestinationslehre mache ein ernsthaftes Angebot des Evangeliums an die Nicht-Erwählten von vornherein hinfällig, trifft mit gleicher Härte die Lehraussage vom Vorherwissen Gottes. Wir können fragen: Wie kann das Evangelium jenen ernsthaft angeboten werden, von denen Gott schon weiß, dass sie es verachten und ablehnen werden, ja speziell dann, wenn ihre Schuld und ihre Verdammnis dadurch nur noch um so schlimmer werden? Der Arminianismus gibt schließlich zu, dass Gott im Voraus weiß, wer das Evangelium annehmen und wer es ablehnen wird; er weiß sich unter dem göttlichen Befehl, das Evangelium allen Menschen zu predigen, und dennoch haben Vertreter dieser Ansicht ganz und gar nicht den Eindruck, dass sie damit etwas Unaufrichtiges tun.

Die Schwierigkeit ist in beiden Fällen bloß subjektiv und ist einzig auf unser geringes Wissen und auf unsere Unfähigkeit, Gottes Wege zu verstehen, zurückzuführen. Wir wissen: Der Richter der Erde richtet gerecht, auch wenn unser schwacher Verstand Seinen Wegen oft nicht folgen kann. Wir wissen definitiv: Es ist ausreichend dafür vorgesorgt, dass kommen kann, wer will, und dass jedermann, der gerettet werden will, auch gerettet werden wird. Aus Christi Mund haben wir ein Gleichnis, das die Liebe Gottes zu seinen Kindern veranschaulicht: Der Vater sah den verlorenen Sohn, als dieser noch sehr weit entfernt war; er rannte ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Diesen Willkommensgruß Gottes erfährt jeder Verlorene, der zu ihm flieht.

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