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7) Schriftbelege

Der Schriftbelege für diese Lehre sind viele, und sie sind sehr klar. Ich zitiere einige dieser Stellen:

Röm 8,35—39: Wer wird uns trennen von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Es steht ja geschrieben: »Deinetwegen werden wir täglich hingemordet, werden Opferschafen gleichgeachtet.« Aber in all dem bleiben wir siegreich in dem, der uns geliebt hat. Denn ich bin überzeugt: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Kräfte, weder Hohes noch Niederes noch sonst etwas Erschaffenes vermag uns von der Liebe Gottes zu scheiden, die da ist in Christus Jesus, unserem Herrn.

Röm 6,14: Denn die Sünde hat keine Macht mehr über euch. Ihr steht ja nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade.

Joh 6,47: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, hat ewiges Leben.

Joh 5,24: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist schon vom Tod zum Leben hinübergegangen.

In dem Moment, in dem jemand zum Glauben kommt, wird dieses ewige Leben Realität für ihn, ein gegenwärtiger Besitz, keine Bedingung, die ihre Gabe erst in der Zukunft erhält.

Joh 6,51: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.

Hier wird nicht gesagt, dass wir oft essen müssen, sondern dass wir ewiges Leben haben, wenn wir es essen.

Joh 4,14: Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht mehr dürsten. Vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle Wassers, das fortströmt ins ewige Leben.

Phil. 1,6: Ich vertraue darauf, dass der, der das gute Werk in euch begonnen hat, es auch vollenden wird bis zum Tag Christi Jesu.

Ps 138,8: Mir zum Heil vollführt es der Herr. — Herr, ewig währt dein Erbarmen.

Röm 11,29: Denn Gottes Gnadengaben und Berufung sind unwiderruflich.

1. Joh 5,11: Und darin besteht das Zeugnis, dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben in seinem Sohn ist.

1. Joh 5,13: Das habe ich euch geschrieben, die ihr an den Namen des Sohnes Gottes glaubt, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt.

Hebr. 10,14: Mit dem einmaligen Opfer hat er ein für allemal die zur Vollendung geführt, die geheiligt werden.

2 Tim 4,18: Bewahren wird mich der Herr vor allem Bösen und mich in sein himmlisches Reich retten. Ihm sei Ehre in alle Ewigkeit! Amen.

Röm 8,29f: Denn die er vorher erkannt170170     Man wird sich daran erinnern, dass dieses „Erkennen“ kein simples „In-die-Zukunft-blicken“ bedeutet, sondern erwählen bedeutet (A. d. Ü.). hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu werden. Er sollte der Erstgeborene unter vielen Brüdern sein. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, und die er berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, und die er gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.

Eph 1,5: Er hat uns nach seinem freien Willensentschluss durch Jesus Christus zu seinen Kindern vorherbestimmt.

Jesus hat gesagt:

Joh 10,28f: Ich schenke ihnen (den wahren Nachfolgern oder »Schafen«) ewiges Leben; sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist mächtiger als alle; niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen.

Hier sehen wir: Unser Heil und Gottes Allmacht sind von gleicher Gewissheit. Gott ist mächtiger als diese Welt; weder Menschen noch Teufel können ihm auch nur einen seiner kostbaren Juwelen rauben. Genauso gut könnte man einen Stern vom Himmel herunterreißen. Das Heil seiner Kinder steht in Seiner unbezwingbaren Macht; seine Kinder stehen jenseits der Gefahr endgültiger Zerstörung. Wir haben das Versprechen Christi, dass die Tore der Hölle seine Gemeinde nicht überwinden werden, doch wenn der Teufel vielenorts Beute machte, ja manchenorts gar ganze Gemeinden verschlingen könnte, dann hätten die Tore der Hölle die Gemeinde Christi zu großen Teilen verschlungen! Kann einer fallen, so können alle fallen — dann aber wären die Aussagen Jesu Christi nichts als leere Worte.

Wenn gesagt worden ist: »Es werden falsche Messiasse und falsche Propheten auftreten und große Zeichen und Wunder tun, um — wenn möglich — selbst die Auserwählten irrezuführen« (Mt . 24,24), so wird der vorurteilsfreie Verstand eines Gläubigen daraus schließen, dass es unmöglich ist, die Auserwählten zu deren Verderben irrezuführen. Die unio mystica zwischen Christus und dem Gläubigen garantiert dessen Beharren: »… weil ich lebe, und auch ihr leben werdet« (Joh 14,19). Die Auswirkung dieser Vereinigung ist die Teilnahme des Gläubigen am ewigen Leben. Christus ist in uns (Röm 8,10). Nicht wir leben, sondern Christus lebt in uns (Gal. 2,20). Der Gläubige hat sein Leben mit Christus, genauso wie die Reben ihr Leben am Weinstock haben. Der Heilige Geist wohnt den Erlösten so ein, dass jeder Christ aus einem unerschöpflichen Reservoir an Kraft schöpfen kann.

Paulus warnte die Epheser: »Betrübt nicht Gottes Heiligen Geist, mit dem ihr für den Tag der Erlösung versiegelt seid« (Eph 4,30). Nicht Abfall vom Glauben befürchtete er, denn er sagte ganz zuversichtlich: »Aber Dank sei Gott! Er lässt uns allezeit in Christus triumphieren und durch uns den Duft seiner Erkenntnis allerorts verbreiten« (2 Kor 2,14). Der Herr sagte durch den Propheten Jeremia: »Mit ewiger Liebe liebe ich dich!« (Jer 31,1) — dies ist einer der besten Beweise, dass Gottes Liebe weder Anfang noch Ende hat, sondern ewig ist. Im Gleichnis mit den zwei Häusern liegt die Betonung auf dem sicheren Stand des Hauses auf dem Felsen (= Christus), auch wenn die Stürme des Lebens darüber hinwegbrausen. Der Arminianismus stellt nun ein ganz anderes System auf, denn seine Häuser können auch dann einstürzen, wenn sie auf dem Felsen gebaut sind. Im 23. Psalm lesen wir: »Und ich werde bleiben im Hause des Herrn für immer.« Der wahre Christ ist kein Zaungast, sondern ein Bewohner des Hauses des Herrn. Wie berauben jene diesen Psalm seiner tieferen und reicheren Bedeutung, die da lehren, dass Gottes Gnade nur eine kurzfristige Leihgabe sei!

Christus selbst setzt sich für sein Volk ein (Röm 8,34; Heb. 7,25), und wir wissen, dass Gott ihn immer erhört (Joh 11,42). Der Arminianismus behauptet, ein Christ könne auch wieder endgültig abfallen. Er muss eine von beiden Stellen leugnen: entweder muss er leugnen, dass sich Christus für seine Leute einsetzt oder er muss leugnen, dass Er von seinem Vater erhört wird. Wir wollen an dieser Stelle bedenken, welche Sicherheit wir haben: Christus sitzt zur Rechten Gottes und setzt sich für uns ein; zusätzlich stützt uns auch der Heilige Geist, der uns mit unaussprechlichem Seufzen vertritt (Röm 8,26).

In Jer 32,40 verspricht Gott mit herrlichen Worten, wie sehr er seine Gläubigen vor dem Abfallen bewahren will: »Ich werde einen ewigen Bund mit ihnen schließen und nie von ihnen ablassen, ihnen Gutes zu tun. Ich will ihnen Ehrfurcht vor mir ins Herz legen, dass sie nicht von mir weichen.« Hesekiel verspricht, ihnen ihr »steinernes Herz« gegen ein »Herz aus Fleisch« einzutauschen, so dass sie nach seinen Geboten leben und seine Gebote halten: auf diese Weise sind sie sein Volk und er ihr Gott (Ez 11,19f).

Petrus sagt uns genau, dass die Kinder Gottes nicht abfallen können: » … die ihr in der Kraft Gottes durch den Glauben für das Heil bewahrt werdet, das am Ende der Zeit offenbar werden soll« (1 Petr 1,5). Und Paulus sagt: »Gott hat die Macht, euch jegliche Gabe in Fülle zukommen zu lassen, dass ihr an allem allzeit genug und noch Überfluss habt, um gute Werke aller Art zu tun« (2 Kor 9,8). Er erklärt, dass der Diener des Herrn stehen bleiben wird, denn »der Herr ist mächtig genug, ihn aufrecht zu halten« (Röm 14,4).

Christen haben darüber hinaus das Versprechen: »Gott ist treu. Er lässt euch nicht über eure Kräfte versuchen, sondern schafft mit der Versuchung auch den guten Ausgang, dass ihr sie bestehen könnt« (1 Kor 10,13). Gott hält viele Versuchungen aus reiner Gnade zurück, Versuchungen, die für seine Kinder zu stark wären. Die Versuchungen, die sie erdulden müssen, sind Teil seiner Vorsehung; er allein bestimmt das Maß. »Treu ist aber der Herr; er wird euch stärken und vor dem Bösen bewahren« (2 Thess 3,3). »Die ihn fürchten, umschirmt der Engel des Herrn und schafft ihnen Rettung« (Ps 34,8). Inmitten all seiner Prüfungen und Trübsale konnte Paulus sagen: »Allenthalben werden wir bedrängt, doch nicht erdrückt; zweifelnd, aber nicht verzweifelnd, verfolgt, aber nicht im Stich gelassen, niedergeworfen, aber nicht vernichtet. Wir wissen ja: Der den Herrn Jesus auferweckt hat, wird auch uns mit Jesus auferwecken und mit euch vor sich stellen« (2 Kor 4,8.9.14).

Die Heiligen werden selbst in dieser Welt als Bäume bezeichnet, die nicht verwelken (Ps 1, 3); sie werden mit den Zedern am Libanon verglichen (Ps 92,13). Sie sind wie der Berg Zion, der nicht versetzt werden kann, sondern für immer bestehen bleibt (Ps 125,1) und wie ein Haus, das auf einem Felsen errichtet worden ist (Mt 7,24). Der Herr ist bei ihnen auch im Alter (Jes 46,4) und begleitet sie bis in den Tod (Ps 48,15). Auf diese Weise können sie nimmermehr verlorengehen.

Da ist aber noch ein anderes, starkes Argument: das Buch des Lebens des »Lammes«. Die Jünger sollten sich nicht so sehr darüber freuen, dass ihnen die Dämonen gehorchten, sondern dass ihre Namen im Buch des Lebens geschrieben stehen, über welches das Lamm verfügt. Dieses Buch enthält eine Liste der Erwählten, vorherbestimmt vom unveränderlichen Rat Gottes: Kein Name kann ausgelöscht, und kein Name kann hinzugefügt werden. Hier finden sich die Namen der Gerechten, aber die Namen derer, die verlorengehen, haben von Grundlegung der Welt an niemals darin gestanden! Gott macht doch nicht den Fehler und schreibt Namen hinein, die er dann wieder ausradieren muss! Daher wird niemand, der dem Herrn gehört, je wieder ausgelöscht werden. Jesus sagte seinen Jüngern, dass der Hauptgrund ihrer Freude genau darin bestehen soll, dass ihre Namen im Himmel angeschrieben seien (Lk 10,20); es wäre wahrlich wenig Grund zur Freude gewesen, wenn sie anderntags wieder hätten ausgelöscht werden können. Paulus schrieb den Philippern: »Unsere Bürgerschaft ist im Himmel!« (Phil. 3,20). Dem Timotheus schrieb er: »Der Herr kennt die Seinen« (2 Tim 2,19). Was die Schrift über das Buch des Lebens sagt, kann an folgenden Stellen nachgeschlagen werden: Lk 10,20; Phil. 4,3; Offb. 3,5; 14,18; 17,8; 20,12—15; 21, 27.

Das alles sind einfache und klare Aussagen darüber, dass der Christ unter der Gnade bleibt. Der Grund dafür ist Gott allein; Gott allein wird ihn im Stand dieser Gnade bewahren. Mit diesen Versprechen sind die Erwählten von beiden Seiten abgesichert. Nicht nur wird Gott sie nicht verlassen, sondern er wird ihnen jene Furcht ins Herz geben, dass sie auch nicht von Ihm weichen. Kein wirklich geistlicher Christ kann an dieser biblischen Lehre zweifeln. Es scheint, dass der Mensch in seiner Armut, in seiner Zerschlagenheit und Ohnmacht eine Lehre sehr willkommen heißen muss, die ihm die Sicherheit der ewigen Seligkeit trotz aller Angriffe von außen und auch trotz aller teuflischen Tendenzen seines eigenen Herzens zusichert. Doch so ist es gerade nicht: Er lehnt sie ab, ja, bestreitet sie gar noch! Der Grund für dieses Verhalten ist nicht schwer einzusehen. Erstens vertraut er am liebsten sich selbst, und das ganz zuunrecht. Zweitens ist dieser Plan so konträr zu dem, was er von der Natur her kennt, dass er davon überzeugt ist: er kann nicht stimmen. Und drittens fühlt er genau: wenn diese Lehre stimmt, so stimmen die anderen logischerweise auch. So räsoniert und erklärt er die Bedeutung dieser Schriftstellen hinweg, die all dies lehren und wählt ein paar andere, die — oberflächlich gesehen — seine vorgefasste Meinung zu stützen scheinen. Tatsächlich ist ein Lehrgebäude, das reine Gnaden-Erlösung vorsieht, seiner Erfahrung im Alltag zuwider; täglich sieht er ja, wie alles und jedes nach Werk und Verdienst geschieht, so dass er große Schwierigkeiten hat, eine solche Lehre für wahr zu halten. Er wünscht, an seiner eigenen Errettung irgendwie teilzuhaben zu können und jedes seiner mickrigen Werke hoch belohnt zu sehen.


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