__________________________________________________________________ Title: The Holy Bible: German Luther Translation Creator(s): Anonymous Language: German Rights: Public Domain CCEL Subjects: All; Bible; Old Testament; New Testament LC Call no: BS239 LC Subjects: The Bible Modern texts and versions Other European languages __________________________________________________________________ Holy Bible German Luther Translation __________________________________________________________________ Das Alte Testament __________________________________________________________________ Genesis __________________________________________________________________ Kapitel 1 ^1Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. ^2Und die Erde war wuest und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. ^3Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht. ^4Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis ^5und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. ^6Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, und die sei ein Unterschied zwischen den Wassern. ^7Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser ueber der Feste. Und es geschah also. ^8Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der andere Tag. ^9Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Oerter, dass man das Trockene sehe. Und es geschah also. ^10Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war. ^11Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das sich besame, und fruchtbare Baeume, da ein jeglicher nach seiner Art Frucht trage und habe seinen eigenen Samen bei sich selbst auf Erden. Und es geschah also. ^12Und die Erde liess aufgehen Gras und Kraut, das sich besamte, ein jegliches nach seiner Art, und Baeume, die da Frucht trugen und ihren eigenen Samen bei sich selbst hatten, ein jeglicher nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. ^13Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag. ^14Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre ^15und seien Lichter an der Feste des Himmels, dass sie scheinen auf Erden. Und es geschah also. ^16Und Gott machte zwei grosse Lichter: ein grosses Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch Sterne. ^17Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, dass sie schienen auf die Erde ^18und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, dass es gut war. ^19Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag. ^20Und Gott sprach: Es errege sich das Wasser mit webenden und lebendigen Tieren, und Gevoegel fliege auf Erden unter der Feste des Himmels. ^21Und Gott schuf grosse Walfische und allerlei Getier, dass da lebt und webt, davon das Wasser sich erregte, ein jegliches nach seiner Art, und allerlei gefiedertes Gevoegel, ein jegliches nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. ^22Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und erfuellt das Wasser im Meer; und das Gefieder mehre sich auf Erden. ^23Da ward aus Abend und Morgen der fuenfte Tag. ^24Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendige Tiere, ein jegliches nach seiner Art: Vieh, Gewuerm und Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art. Und es geschah also. ^25Und Gott machte die Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art, und allerlei Gewuerm auf Erden nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. ^26Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen ueber die Fische im Meer und ueber die Voegel unter dem Himmel und ueber das Vieh und ueber die ganze Erde und ueber alles Gewuerm, das auf Erden kriecht. ^27Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib. ^28Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und fuellt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht ueber die Fische im Meer und ueber die Voegel unter dem Himmel und ueber alles Getier, das auf Erden kriecht. ^29Und Gott sprach: Seht da, ich habe euch gegeben allerlei Kraut, das sich besamt, auf der ganzen Erde und allerlei fruchtbare Baeume, die sich besamen, zu eurer Speise, ^30und allem Getier auf Erden und allen Voegeln unter dem Himmel und allem Gewuerm, das da lebt auf Erden, dass sie allerlei gruenes Kraut essen. Und es geschah also. ^31Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag. __________________________________________________________________ Kapitel 2 ^1Also ward vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. ^2Und also vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er machte. ^3Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, darum dass er an demselben geruht hatte von allen seinen Werken, die Gott schuf und machte. ^4Also ist Himmel und Erde geworden, da sie geschaffen sind, zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte. ^5Und allerlei Baeume auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und allerlei Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen; denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und es war kein Mensch, der das Land baute. ^6Aber ein Nebel ging auf von der Erde und feuchtete alles Land. ^7Und Gott der HERR machte den Menschen aus einem Erdenkloss, uns blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nase. Und also ward der Mensch eine lebendige Seele. ^8Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Morgen und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte. ^9Und Gott der HERR liess aufwachsen aus der Erde allerlei Baeume, lustig anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Boesen. ^10Und es ging aus von Eden ein Strom, zu waessern den Garten, und er teilte sich von da in vier Hauptwasser. ^11Das erste heisst Pison, das fliesst um das ganze Land Hevila; und daselbst findet man Gold. ^12Und das Gold des Landes ist koestlich; und da findet man Bedellion und den Edelstein Onyx. ^13Das andere Wasser heisst Gihon, das fliesst um um das ganze Mohrenland. ^14Das dritte Wasser heisst Hiddekel, das fliesst vor Assyrien. Das vierte Wasser ist der Euphrat. ^15Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn baute und bewahrte. ^16Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du sollst essen von allerlei Baeumen im Garten; ^17aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Boesen sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon isst, wirst du des Todes sterben. ^18Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei. ^19Denn als Gott der HERR gemacht hatte von der Erde allerlei Tiere auf dem Felde und allerlei Voegel unter dem Himmel, brachte er sie zu dem Menschen, dass er saehe, wie er sie nennte; denn der wie Mensch allerlei lebendige Tiere nennen wuerde, so sollten sie heissen. ^20Und der Mensch gab einem jeglichen Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber fuer den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn waere. ^21Da liess Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm seiner Rippen eine und schloss die Staette zu mit Fleisch. ^22Und Gott der HERR baute ein Weib aus der Rippe, die er vom Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. ^23Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Maennin heissen, darum dass sie vom Manne genommen ist. ^24Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch. ^25Und sie waren beide nackt, der Mensch und das Weib, und schaemten sich nicht. __________________________________________________________________ Kapitel 3 ^1Und die Schlange war listiger denn alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von den Fruechten der Baeume im Garten? ^2Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Fruechten der Baeume im Garten; ^3aber von den Fruechten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esst nicht davon, ruehrt's auch nicht an, dass ihr nicht sterbt. ^4Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben; ^5sondern Gott weiss, dass, welches Tages ihr davon esst, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und boese ist. ^6Und das Weib schaute an, dass von dem Baum gut zu essen waere und dass er lieblich anzusehen und ein lustiger Baum waere, weil er klug machte; und sie nahm von der Frucht und ass und gab ihrem Mann auch davon, und er ass. ^7Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblaetter zusammen und machten sich Schuerze. ^8Und sie hoerten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten ging, da der Tag kuehl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter die Baeume im Garten. ^9Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? ^10Und er sprach: Ich hoerte deine Stimme im Garten und fuerchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. ^11Und er sprach: Wer hat dir's gesagt, dass du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? ^12Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von von dem Baum, und ich ass. ^13Da sprach Gott der HERR zum Weibe: Warum hast du das getan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich also, dass ich ass. ^14Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du solches getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und vor allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du gehen und Erde essen dein Leben lang. ^15Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. ^16Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebaeren; und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, und er soll dein Herr sein. ^17Und zu Adam sprach er: Dieweil du hast gehorcht der Stimme deines Weibes und hast gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen, verflucht sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf naehren dein Leben lang. ^18Dornen und Disteln soll er dir tragen, und sollst das Kraut auf dem Felde essen. ^19Im Schweisse deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis dass du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden. ^20Und Adam hiess sein Weib Eva, darum dass sie eine Mutter ist aller Lebendigen. ^21Und Gott der HERR machte Adam und seinem Weibe Roecke von Fellen und kleidete sie. ^22Und Gott der HERR sprach: Siehe, Adam ist geworden wie unsereiner und weiss, was gut und boese ist. Nun aber, dass er nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich! ^23Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, dass er das Feld baute, davon er genommen ist, ^24und trieb Adam aus und lagerte vor den Garten Eden die Cherubim mit dem blossen, hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens. __________________________________________________________________ Kapitel 4 ^1Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mit dem HERRN. ^2Und sie fuhr fort und gebar Abel, seinen Bruder. Und Abel ward ein Schaefer; Kain aber ward ein Ackermann. ^3Es begab sich nach etlicher Zeit, dass Kain dem HERRN Opfer brachte von den Fruechten des Feldes; ^4und Abel brachte auch von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR sah gnaedig an Abel und sein Opfer; ^5aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnaedig an. Da ergrimmte Kain sehr, und seine Gebaerde verstellte sich. ^6Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? und warum verstellt sich deine Gebaerde? ^7Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruht die Suende vor der Tuer, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche ueber sie. ^8Da redete Kain mit seinem Bruder Abel. Und es begab sich, da sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. ^9Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiss nicht; soll ich meines Bruders Hueter sein? ^10Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Bluts deines Bruders schreit zu mir von der Erde. ^11Und nun verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Haenden empfangen. ^12Wenn du den Acker bauen wirst, soll er dir hinfort sein Vermoegen nicht geben. Unstet und fluechtig sollst du sein auf Erden. ^13Kain aber sprach zu dem HERRN: Meine Suende ist groesser, denn dass sie mir vergeben werden moege. ^14Siehe, du treibst mich heute aus dem Lande, und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen und muss unstet und fluechtig sein auf Erden. So wird mir's gehen, dass mich totschlage, wer mich findet. ^15Aber der HERR sprach zu ihm: Nein; sondern wer Kain totschlaegt, das soll siebenfaeltig geraecht werden. Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, dass ihn niemand erschluege, wer ihn faende. ^16Also ging Kain von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseit Eden, gegen Morgen. ^17Und Kain erkannte sein Weib, die ward schwanger und gebar den Henoch. Und er baute eine Stadt, die nannte er nach seines Sohnes Namen Henoch. ^18Henoch aber zeugte Irad, Irad zeugte Mahujael, Mahujael zeugte Methusael, Methusael zeugte Lamech. ^19Lamech aber nahm zwei Weiber; eine hiess Ada, die andere Zilla. ^20Und Ada gebar Jabal; von dem sind hergekommen, die in Huetten wohnten und Vieh zogen. ^21Und sein Bruder hiess Jubal; von dem sind hergekommen die Geiger und Pfeifer. ^22Die Zilla aber gebar auch, naemlich den Thubalkain, den Meister in allerlei Erz-und Eisenwerk. Und die Schwester des Thubalkain war Naema. ^23Und Lamech sprach zu seinen Weibern Ada und Zilla: Ihr Weiber Lamechs, hoert meine Rede und merkt, was ich sage: Ich habe einen Mann erschlagen fuer meine Wunde und einen Juengling fuer meine Beule; ^24Kain soll siebenmal geraecht werden, aber Lamech siebenundsiebzigmal. ^25Adam erkannte abermals sein Weib, und sie gebar einen Sohn, den hiess sie Seth; denn Gott hat mir, sprach sie, einen andern Samen gesetzt fuer Abel, den Kain erwuergt hat. ^26Und Seth zeugte auch einen Sohn und hiess ihn Enos. Zu der Zeit fing man an, zu predigen von des HERRN Namen. __________________________________________________________________ Kapitel 5 ^1Dies ist das Buch von des Menschen Geschlecht. Da Gott den Menschen schuf, machte er ihn nach dem Bilde Gottes; ^2und schuf sie einen Mann und ein Weib und segnete sie und hiess ihren Namen Mensch zur Zeit, da sie geschaffen wurden. ^3Und Adam war hundertunddreissig Jahre alt und zeugte einen Sohn, der seinem Bild aehnlich war und hiess ihn Seth ^4und lebte darnach achthundert Jahre und zeugte Soehne und Toechter; ^5dass sein ganzes Alter ward neunhundertunddreissig Jahre, und starb. ^6Seth war hundertundfuenf Jahre alt und zeugte Enos ^7und lebte darnach achthundertundsieben Jahre und zeugte Soehne und Toechter; ^8dass sein ganzes Alter ward neunhundertundzwoelf Jahre, und starb. ^9Enos war neunzig Jahre alt und zeugte Kenan ^10und lebte darnach achthundertundfuenzig Jahre und zeugte Soehne und Toechter; ^11dass sein ganzes Alter ward neunhundertundfuenf Jahre, und starb. ^12Kenan war siebzig Jahre alt und zeugte Mahalaleel ^13und lebte darnach achthundertundvierzig Jahre und zeugte Soehne und Toechter; ^14dass sein ganzes Alter ward neunhundertundzehn Jahre, und starb. ^15Mahalaleel war fuenfundsechzig Jahre und zeugte Jared ^16und lebte darnach achthundertunddreissig Jahre und zeugte Soehne und Toechter; ^17dass sein ganzes Alter ward achthundert und fuenfundneunzig Jahre, und starb. ^18Jared war hundertzweiundsechzig Jahre alt und zeugte Henoch ^19und er lebte darnach achthundert Jahre und zeugte Soehne und Toechter; ^20dass sein ganzes Alter ward neunhundert und zweiundsechzig Jahre, und starb. ^21Henoch war fuenfundsechzig Jahre alt und zeugte Methusalah. ^22Und nachdem er Methusalah gezeugt hatte, blieb er in einem goettlichen Leben dreihundert Jahre und zeugte Soehne und Toechter; ^23dass sein ganzes Alter ward dreihundertfuenfundsechzig Jahre. ^24Und dieweil er ein goettliches Leben fuehrte, nahm ihn Gott hinweg, und er ward nicht mehr gesehen. ^25Methusalah war hundertsiebenundachtzig Jahre alt und zeugte Lamech ^26und lebte darnach siebenhundert und zweiundachtzig Jahre und zeugte Soehne und Toechter; ^27dass sein ganzes Alter ward neunhundert und neunundsechzig Jahre, und starb. ^28Lamech war hundertzweiundachtzig Jahre alt und zeugte einen Sohn ^29und hiess ihn Noah und sprach: Der wird uns troesten in unsrer Muehe und Arbeit auf der Erde, die der HERR verflucht hat. ^30Darnach lebte er fuenfhundert und fuenfundneunzig Jahre und zeugte Soehne und Toechter; ^31dass sein ganzes Alter ward siebenhundert siebenundsiebzig Jahre, und starb. ^32Noah war fuenfhundert Jahre alt und zeugte Sem, Ham und Japheth. __________________________________________________________________ Kapitel 6 ^1Da sich aber die Menschen begannen zu mehren auf Erden und ihnen Toechter geboren wurden, ^2da sahen die Kinder Gottes nach den Toechtern der Menschen, wie sie schoen waren, und nahmen zu Weibern, welche sie wollten. ^3Da sprach der HERR: Die Menschen wollen sich von meinem Geist nicht mehr strafen lassen; denn sie sind Fleisch. Ich will ihnen noch Frist geben hundertundzwanzig Jahre. ^4Es waren auch zu den Zeiten Tyrannen auf Erden; denn da die Kinder Gottes zu den Toechtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus Gewaltige in der Welt und beruehmte Maenner. ^5Da aber der HERR sah, dass der Menschen Bosheit gross war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur boese war immerdar, ^6da reute es ihn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekuemmerte ihn in seinem Herzen, ^7und er sprach: Ich will die Menschen, die ich gemacht habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis auf das Vieh und bis auf das Gewuerm und bis auf die Voegel unter dem Himmel; denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe. ^8Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN. ^9Dies ist das Geschlecht Noahs. Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel und fuehrte ein goettliches Leben zu seinen Zeiten. ^10und zeugte drei Soehne Sem, Ham und Japheth. ^11Aber die Erde war verderbt vor Gottes Augen und voll Frevels. ^12Da sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden. ^13Da sprach Gott zu Noah: Alles Fleisches Ende ist vor mich gekommen; denn die Erde ist voll Frevels von ihnen; und siehe da, ich will sie verderben mit der Erde. ^14Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und verpiche ihn mit Pech inwendig und auswendig. ^15Und mache ihn also: Dreihundert Ellen sei die Laenge, fuenfzig Ellen die Weite und dreissig Ellen die Hoehe. ^16Ein Fenster sollst du daran machen obenan, eine Elle gross. Die Tuer sollst du mitten in seine Seite setzen. Und er soll drei Boden haben: einen unten, den andern in der Mitte, den dritten in der Hoehe. ^17Denn siehe, ich will eine Sintflut mit Wasser kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin ein lebendiger Odem ist, unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen. ^18Aber mit dir will ich einen Bund aufrichten; und du sollst in den Kasten gehen mit deinen Soehnen, mit deinem Weibe und mit deiner Soehne Weibern. ^19Und du sollst in den Kasten tun allerlei Tiere von allem Fleisch, je ein Paar, Maennlein und Weiblein, dass sie lebendig bleiben bei dir. ^20Von den Voegeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art und von allerlei Gewuerm auf Erden nach seiner Art: von den allen soll je ein Paar zu dir hineingehen, dass sie leben bleiben. ^21Und du sollst allerlei Speise zu dir nehmen, die man isst, und sollst sie bei dir sammeln, dass sie dir und ihnen zur Nahrung da sei. ^22Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot. __________________________________________________________________ Kapitel 7 ^1Und der HERR sprach zu Noah: Gehe in den Kasten, du und dein ganzes Haus; denn ich habe dich gerecht ersehen vor mir zu dieser Zeit. ^2Aus allerlei reinem Vieh nimm zu dir je sieben und sieben, das Maennlein und sein Weiblein; von dem unreinen Vieh aber je ein Paar, das Maennlein und sein Weiblein. ^3Desgleichen von den Voegeln unter dem Himmel je sieben und sieben, das Maennlein und sein Weiblein, auf dass Same lebendig bleibe auf dem ganzen Erdboden. ^4Denn von nun an ueber sieben Tage will ich regnen lassen auf Erden vierzig Tage und vierzig Naechte und vertilgen von dem Erdboden alles, was Wesen hat, was ich gemacht habe. ^5Und Noah tat alles, was ihm der HERR gebot. ^6Er war aber sechshundert Jahre alt, da das Wasser der Sintflut auf Erden kam. ^7Und er ging in den Kasten mit seinen Soehnen, seinem Weibe und seiner Soehne Weibern vor dem Gewaesser der Sintflut. ^8Von dem reinen Vieh und von dem unreinen, von den Voegeln und von allem Gewuerm auf Erden ^9gingen zu ihm in den Kasten paarweise, je ein Maennlein und Weiblein, wie ihm Gott geboten hatte. ^10Und da die sieben Tage vergangen waren, kam das Gewaesser der Sintflut auf Erden. ^11In dem sechshundertsten Jahr des Alters Noahs, am siebzehnten Tage des zweiten Monats, das ist der Tag, da aufbrachen alle Brunnen der grossen Tiefe, und taten sich auf die Fenster des Himmels, ^12und kam ein Regen auf Erden vierzig Tage und vierzig Naechte. ^13Eben am selben Tage ging Noah in den Kasten mit Sem, Ham und Japheth, seinen Soehnen, und mit seinem Weibe und seiner Soehne drei Weibern, ^14dazu allerlei Getier nach seiner Art, allerlei Vieh nach seiner Art, allerlei Gewuerm, das auf Erden kriecht, nach seiner Art und allerlei Voegel nach ihrer Art, alles was fliegen konnte, alles, was Fittiche hatte; ^15das ging alles zu Noah in den Kasten paarweise, von allem Fleisch, darin ein lebendiger Geist war. ^16Und das waren Maennlein und Weiblein von allerlei Fleisch, und gingen hinein, wie denn Gott ihm geboten hatte. Und der HERR schloss hinter ihm zu. ^17Da kam die Sintflut vierzig Tage auf Erden, und die Wasser wuchsen und hoben den Kasten auf und trugen ihn empor ueber die Erde. ^18Also nahm das Gewaesser ueberhand und wuchs sehr auf Erden, dass der Kasten auf dem Gewaesser fuhr. ^19Und das Gewaesser nahm ueberhand und wuchs so sehr auf Erden, dass alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden. ^20Fuenfzehn Ellen hoch ging das Gewaesser ueber die Berge, die bedeckt wurden. ^21Da ging alles Fleisch unter, das auf Erden kriecht, an Voegeln, an Vieh, an Tieren und an allem, was sich regt auf Erden, und alle Menschen. ^22Alles, was einen lebendigen Odem hatte auf dem Trockenen, das starb. ^23Also ward vertilgt alles, was auf dem Erdboden war, vom Menschen an bis auf das Vieh und das Gewuerm und auf die Voegel unter dem Himmel; das ward alles von der Erde vertilgt. Allein Noah blieb uebrig und was mit ihm in dem Kasten war. ^24Und das Gewaesser stand auf Erden hundertundfuenfzig Tage. __________________________________________________________________ Kapitel 8 ^1Da gedachte Gott an Noah und an alle Tiere und an alles Vieh, das mit ihm in dem Kasten war, und liess Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen; ^2und die Brunnen der Tiefe wurden verstopft samt den Fenstern des Himmels, und dem Regen vom Himmel ward gewehrt; ^3und das Gewaesser verlief sich von der Erde immer mehr und nahm ab nach hundertfuenfzig Tagen. ^4Am siebzehnten Tage des siebenten Monats liess sich der Kasten nieder auf das Gebirge Ararat. ^5Es nahm aber das Gewaesser immer mehr ab bis auf den zehnten Monat. Am ersten Tage des zehnten Monats sahen der Berge Spitzen hervor. ^6Nach vierzig Tagen tat Noah das Fenster auf an dem Kasten, das er gemacht hatte, ^7und liess einen Raben ausfliegen; der flog immer hin und wieder her, bis das Gewaesser vertrocknete auf Erden. ^8Darnach liess er eine Taube von sich ausfliegen, auf dass er erfuehre, ob das Gewaesser gefallen waere auf Erden. ^9Da aber die Taube nicht fand, da ihr Fuss ruhen konnte, kam sie wieder zu ihm in den Kasten; denn das Gewaesser war noch auf dem ganzen Erdboden. Da tat er die Hand heraus und nahm sie zu sich in den Kasten. ^10Da harrte er noch weitere sieben Tage und liess abermals eine Taube fliegen aus dem Kasten. ^11Die kam zu ihm zur Abendzeit, und siehe, ein Oelblatt hatte sie abgebrochen und trug's in ihrem Munde. Da merkte Noah, dass das Gewaesser gefallen waere auf Erden. ^12Aber er harrte noch weiter sieben Tage und liess eine Taube ausfliegen; die kam nicht wieder zu ihm. ^13Im sechshundertundersten Jahr des Alters Noahs, am ersten Tage des ersten Monats vertrocknete das Gewaesser auf Erden. Da tat Noah das Dach von dem Kasten und sah, dass der Erdboden trocken war. ^14Also ward die Erde ganz trocken am siebenundzwanzigsten Tage des zweiten Monats. ^15Da redete Gott mit Noah und sprach: ^16Gehe aus dem Kasten, du und dein Weib, deine Soehne und deiner Soehne Weiber mit dir. ^17Allerlei Getier, das bei dir ist, von allerlei Fleisch, an Voegeln, an Vieh und an allerlei Gewuerm, das auf Erden kriecht, das gehe heraus mit dir, dass sie sich regen auf Erden und fruchtbar seien und sich mehren auf Erden. ^18Also ging Noah heraus mit seinen Soehnen und seinem Weibe und seiner Soehne Weibern, ^19dazu allerlei Getier, allerlei Gewuerm, allerlei Voegel und alles, was auf Erden kriecht; das ging aus dem Kasten, ein jegliches mit seinesgleichen. ^20Noah aber baute dem HERRN einen Altar und nahm von allerlei reinem Vieh und von allerlei reinem Gefluegel und opferte Brandopfer auf dem Altar. ^21Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten des menschlichen Herzens ist boese von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. ^22Solange die Erde steht, soll nicht aufhoeren Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. __________________________________________________________________ Kapitel 9 ^1Und Gott segnete Noah und seine Soehne und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und erfuellt die Erde. ^2Furcht und Schrecken vor euch sei ueber alle Tiere auf Erden und ueber alle Voegel unter dem Himmel, ueber alles, was auf dem Erdboden kriecht, und ueber alle Fische im Meer; in eure Haende seien sie gegeben. ^3Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das gruene Kraut habe ich's euch alles gegeben. ^4Allein esst das Fleisch nicht, das noch lebt in seinem Blut. ^5Auch will ich eures Leibes Blut raechen und will's an allen Tieren raechen und will des Menschen Leben raechen an einem jeglichen Menschen als dem, der sein Bruder ist. ^6Wer Menschenblut vergiesst, des Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht. ^7Seid fruchtbar und mehrt euch und regt euch auf Erden, dass euer viel darauf werden. ^8Und Gott sagte zu Noah und seinen Soehnen mit ihm: ^9Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit eurem Samen nach euch ^10und mit allem lebendigen Getier bei euch, an Voegeln, an Vieh und an allen Tieren auf Erden bei euch, von allem, was aus dem Kasten gegangen ist, was fuer Tiere es sind auf Erden. ^11Und richte meinen Bund also mit euch auf, dass hinfort nicht mehr alles Fleisch verderbt werden soll mit dem Wasser der Sintflut, und soll hinfort keine Sintflut mehr kommen, die die Erde verderbe. ^12Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich gemacht habe zwischen mir und euch und allen lebendigen Seelen bei euch hinfort ewiglich: ^13Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. ^14Und wenn es kommt, dass ich Wolken ueber die Erde fuehre, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. ^15Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allen lebendigen Seelen in allerlei Fleisch, dass nicht mehr hinfort eine Sintflut komme, die alles Fleisch verderbe. ^16Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, dass ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allen lebendigen Seelen in allem Fleisch, das auf Erden ist. ^17Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden. ^18Die Soehne Noahs, die aus dem Kasten gingen, sind diese: Sem, Ham und Japheth. Ham aber ist der Vater Kanaans. ^19Das sind die drei Soehne Noahs, von denen ist alles Land besetzt. ^20Noah aber fing an und ward ein Ackermann und pflanzte Weinberge. ^21Und da er von dem Wein trank, ward er trunken und lag in der Huette aufgedeckt. ^22Da nun Ham, Kanaans Vater, sah seines Vaters Bloesse, sagte er's seinen beiden Bruedern draussen. ^23Da nahmen Sem und Japheth ein Kleid und legten es auf ihrer beider Schultern und gingen ruecklings hinzu und deckten des Vaters Bloesse zu; und ihr Angesicht war abgewandt, dass sie ihres Vater Bloesse nicht sahen. ^24Als nun Noah erwachte von seinem Wein und erfuhr, was ihm sein juengster Sohn getan hatte, ^25sprach er: Verflucht sei Kanaan und sei ein Knecht aller Knechte unter seinen Bruedern! ^26und sprach weiter: Gelobt sei der HERR, der Gott Sem's; und Kanaan sei sein Knecht! ^27Gott breite Japheth aus, und lasse ihn wohnen in den Huetten des Sem; und Kanaan sei sein Knecht! ^28Noah aber lebte nach der Sintflut dreihundertfuenfzig Jahre, ^29dass sein ganzes Alter ward neunhundertundfuenfzig Jahre, und starb. __________________________________________________________________ Kapitel 10 ^1Dies ist das Geschlecht der Kinder Noahs: Sem, Ham, Japheth. Und sie zeugten Kinder nach der Sintflut. ^2Die Kinder Japheths sind diese: Gomer, Magog, Madai, Javan, Thubal, Mesech und Thiras. ^3Aber die Kinder von Gomer sind diese: Askenas, Riphath und Thorgama. ^4Die Kinder von Javan sind diese: Elisa, Tharsis, die Chittiter und die Dodaniter. ^5Von diesen sind ausgebreitet die Inseln der Heiden in ihren Laendern, jegliche nach ihren Sprachen, Geschlechtern und Leuten. ^6Die Kinder von Ham sind diese: Chus, Mizraim, Put und Kanaan. ^7Aber die Kinder von Chus sind diese: Seba, Hevila, Sabtha, Ragma und Sabthecha. Aber die Kinder von Ragma sind diese: Saba und Dedan. ^8Chus aber zeugte den Nimrod. Der fing an ein gewaltiger Herr zu sein auf Erden, ^9und war ein gewaltiger Jaeger vor dem HERRN. Daher spricht man: Das ist ein gewaltiger Jaeger vor dem HERRN wie Nimrod. ^10Und der Anfang seines Reiches war Babel, Erech, Akkad und Chalne im Lande Sinear. ^11Von dem Land ist er gekommen nach Assur und baute Ninive und Rehoboth-Ir und Kalah, ^12dazu Resen zwischen Ninive und Kalah. Dies ist die grosse Stadt. ^13Mizraim zeugte die Luditer, die Anamiter, die Lehabiter, die Naphthuhiter, ^14die Pathrusiter und die Kasluhiter (von dannen sind gekommen die Philister) und die Kaphthoriter. ^15Kanaan aber zeugte Sidon, seinen ersten Sohn, und Heth, ^16den Jebusiter, den Amoriter, den Girgasiter, ^17den Heviter, den Arkiter, den Siniter, ^18den Arvaditer, den Zemariter und den Hamathiter. Daher sind ausgebreitet die Geschlechter der Kanaaniter. ^19Und ihre Grenzen waren von Sidon an durch Gerar bis gen Gaza, bis man kommt gen Sodom, Gomorra, Adama, Zeboim und bis gen Lasa. ^20Das sind die Kinder Hams in ihren Geschlechtern, Sprachen und Leuten. ^21Sem aber, Japheths, des Aeltern, Bruder, zeugte auch Kinder, der ein Vater ist aller Kinder von Eber. ^22Und dies sind seine Kinder: Elam, Assur, Arphachsad, Lud und Aram. ^23Die Kinder von Aram sind diese: Uz, Hul, Gether und Mas. ^24Arphachsad aber zeugte Salah, Salah zeugte Eber. ^25Eber zeugte zwei Soehne. Einer hiess Peleg, darum dass zu seiner Zeit die Welt zerteilt ward; des Bruder hiess Joktan. ^26Und Joktan zeugte Almodad, Saleph, Hazarmaveth, Jarah, ^27Hadoram, Usal, Dikla, ^28Obal, Abimael, Saba, ^29Ophir, Hevila und Jobab. Das sind die Kinder von Joktan. ^30Und ihre Wohnung war von Mesa an, bis man kommt gen Sephar, an den Berg gegen Morgen. ^31Das sind die Kinder von Sem in ihren Geschlechtern, Sprachen, Laendern und Leuten. ^32Das sind die Nachkommen der Kinder Noahs in ihren Geschlechtern und Leuten. Von denen sind ausgebreitet die Leute auf Erden nach der Sintflut. __________________________________________________________________ Kapitel 11 ^1Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache. ^2Da sie nun zogen gen Morgen, fanden sie ein ebenes Land im Lande Sinear, und wohnten daselbst. ^3Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lass uns Ziegel streichen und brennen! und nahmen Ziegel zu Stein und Erdharz zu Kalk ^4und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, des Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen! denn wir werden sonst zerstreut in alle Laender. ^5Da fuhr der HERR hernieder, dass er saehe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. ^6Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen, und haben das angefangen zu tun; sie werden nicht ablassen von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun. ^7Wohlauf, lasst uns herniederfahren und ihre Sprache daselbst verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe! ^8Also zerstreute sie der HERR von dort alle Laender, dass sie mussten aufhoeren die Stadt zu bauen. ^9Daher heisst ihr Name Babel, dass der HERR daselbst verwirrt hatte aller Laender Sprache und sie zerstreut von dort in alle Laender. ^10Dies sind die Geschlechter Sems: Sem war hundert Jahre alt und zeugte Arphachsad, zwei Jahre nach der Sintflut, ^11und lebte darnach fuenfhundert Jahre und zeugte Soehne und Toechter. ^12Arphachsad war fuenfunddreissig Jahre alt und zeugte Salah ^13und lebte darnach vierhundertunddrei Jahre und zeugte Soehne und Toechter. ^14Salah war dreissig Jahre alt und zeugte Eber ^15und lebte darnach vierhundertunddrei Jahre und zeugte Soehne und Toechter. ^16Eber war vierunddreissig Jahre alt und zeugte Peleg ^17und lebte darnach vierhundertunddreissig Jahre und zeugte Soehne und Toechter. ^18Peleg war dreissig Jahre alt und zeugte Regu ^19und lebte darnach zweihundertundneun Jahre und zeugte Soehne und Toechter. ^20Regu war zweiundreissig Jahre alt und zeugte Serug ^21und lebte darnach zweihundertundsieben Jahre und zeugte Soehne und Toechter. ^22Serug war dreissig Jahre alt und zeugte Nahor ^23und lebte darnach zweihundert Jahre und zeugte Soehne und Toechter. ^24Nahor war neunundzwanzig Jahre alt und zeugte Tharah ^25und lebte darnach hundertundneunzehn Jahre und zeugte Soehne und Toechter. ^26Tharah war siebzig Jahre alt und zeugte Abram, Nahor und Haran. ^27Dies sind die Geschlechter Tharahs: Tharah zeugte Abram, Nahor und Haran. Aber Haran zeugte Lot. ^28Haran aber starb vor seinem Vater Tharah in seinem Vaterlande zu Ur in Chaldaea. ^29Da nahmen Abram und Nahor Weiber. Abrams Weib hiess Sarai, und Nahors Weib Milka, Harans Tochter, der ein Vater war der Milka und der Jiska. ^30Aber Sarai war unfruchtbar und hatte kein Kind. ^31Da nahm Tharah seinen Sohn Abram und Lot, seines Sohnes Harans Sohn, und seine Schwiegertochter Sarai, seines Sohnes Abrams Weib, und fuehrte sie aus Ur in Chaldaea, dass er ins Land Kanaan zoege; und sie kamen gen Haran und wohnten daselbst. ^32Und Tharah war zweihundertundfuenf Jahre alt und starb in Haran. __________________________________________________________________ Kapitel 12 ^1Und der HERR sprach zu Abram: Gehe aus deinem Vaterlande und von deiner Freundschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. ^2Und ich will dich zum grossen Volk machen und will dich segnen und dir einen grossen Namen machen, und sollst ein Segen sein. ^3Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. ^4Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm. Abram aber ward fuenfundsiebzig Jahre alt, da er aus Haran zog. ^5Also nahm Abram sein Weib Sarai und Lot, seines Bruders Sohn, mit aller ihrer Habe, die sie gewonnen hatten, und die Seelen, die sie erworben hatten in Haran; und zogen aus, zu reisen in das Land Kanaan. Und als sie gekommen waren in dasselbe Land, ^6zog Abram durch bis an die Staette Sichem und an den Hain More; es wohnten aber zu der Zeit die Kanaaniter im Lande. ^7Da erschien der HERR dem Abram und sprach: Deinem Samen will ich dies Land geben. Und er baute daselbst einen Altar dem HERRN, der ihm erschienen war. ^8Darnach brach er auf von dort an einen Berg, der lag gegen Morgen von der Stadt Beth-El, und richtete seine Huette auf, dass er Beth-El gegen Abend und Ai gegen Morgen hatte, und baute daselbst dem HERRN einen Altar und predigte von dem Namen des HERRN. ^9Darnach zog Abram weiter und zog aus ins Mittagsland. ^10Es kam aber eine Teuerung in das Land. Da zog Abram hinab nach Aegypten, dass er sich daselbst als ein Fremdling aufhielte; denn die Teuerung war gross im Lande. ^11Und da er nahe an Aegypten kam, sprach er zu seinem Weib Sarai: Siehe, ich weiss, dass du ein schoenes Weib von Angesicht bist. ^12Wenn dich nun die Aegypter sehen werden, so werden sie sagen: Das ist sein Weib, und werden mich erwuergen, und dich leben lassen. ^13Sage doch, du seist meine Schwester, auf dass mir's wohl gehe um deinetwillen und meine Seele am Leben bleibe um deinetwillen. ^14Als nun Abram nach Aegypten kam, sahen die Aegypter das Weib, dass sie sehr schoen war. ^15Und die Fuersten des Pharao sahen sie und priesen sie vor ihm. Da ward sie in des Pharao Haus gebracht. ^16Und er tat Abram Gutes um ihretwillen. Und er hatte Schafe, Rinder, Esel, Knechte und Maegde, Eselinnen und Kamele. ^17Aber der HERR plagte den Pharao mit grossen Plagen und sein Haus um Sarais, Abrams Weibes, willen. ^18Da rief Pharao Abram zu sich und sprach zu ihm: Warum hast du mir das getan? Warum sagtest du mir's nicht, dass sie dein Weib waere? ^19Warum sprachst du denn, sie waere deine Schwester? Derhalben ich sie mir zum Weibe nehmen wollte. Und nun siehe, da hast du dein Weib; nimm sie und ziehe hin. ^20Und Pharao befahl seinen Leuten ueber ihm, dass sie ihn geleiteten und sein Weib und alles, was er hatte. __________________________________________________________________ Kapitel 13 ^1Also zog Abram herauf aus Aegypten mit seinem Weibe und mit allem, was er hatte, und Lot auch mit ihm, ins Mittagsland. ^2Abram aber war sehr reich an Vieh, Silber und Gold. ^3Und er zog immer fort von Mittag bis gen Beth-El, an die Staette, da am ersten seine Huette war, zwischen Beth-El und Ai, ^4eben an den Ort, da er zuvor den Altar gemacht hatte. Und er predigte allda den Namen des HERRN. ^5Lot aber, der mit Abram zog, der hatte auch Schafe und Rinder und Huetten. ^6Und das Land konnte es nicht ertragen, dass sie beieinander wohnten; denn ihre Habe war gross, und konnten nicht beieinander wohnen. ^7Und es war immer Zank zwischen den Hirten ueber Abrams Vieh und zwischen den Hirten ueber Lots Vieh. So wohnten auch zu der Zeit die Kanaaniter und Pheresiter im Lande. ^8Da sprach Abram zu Lot: Lass doch nicht Zank sein zwischen mir und dir und zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind Gebrueder. ^9Steht dir nicht alles Land offen? Scheide dich doch von mir. Willst du zur Linken, so will ich zur Rechten; oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken. ^10Da hob Lot sein Augen auf und besah die ganze Gegend am Jordan. Denn ehe der HERR Sodom und Gomorra verderbte, war sie wasserreich, bis man gen Zoar kommt, als ein Garten des HERRN, gleichwie Aegyptenland. ^11Da erwaehlte sich Lot die ganze Gegend am Jordan und zog gegen Morgen. Also schied sich ein Bruder von dem andern, ^12dass Abram wohnte im Lande Kanaan und Lot in den Staedten der Jordangegend und setzte seine Huette gen Sodom. ^13Aber die Leute zu Sodom waren boese und suendigten sehr wider den HERRN. ^14Da nun Lot sich von Abram geschieden hatte, sprach der HERR zu Abram: Hebe dein Augen auf und siehe von der Staette an, da du wohnst, gegen Mittag, gegen Morgen und gegen Abend. ^15Denn alles Land, das du siehst, will ich dir geben und deinem Samen ewiglich; ^16und ich will deinen Samen machen wie den Staub auf Erden. Kann ein Mensch den Staub auf Erden zaehlen, der wird auch deinen Samen zaehlen. ^17Darum so mache dich auf und ziehe durch das Land in die Laenge und Breite; denn dir will ich's geben. ^18Also erhob Abram sein Huette, kam und wohnte im Hain Mamre, der zu Hebron ist, und baute daselbst dem HERRN einen Altar. __________________________________________________________________ Kapitel 14 ^1Und es begab sich zu der Zeit des Koenigs Amraphel von Sinear, Ariochs, des Koenigs von Ellasar, Kedor-Laomors, des Koenigs von Elam, und Thideals, des Koenigs der Heiden, ^2dass sie kriegten mit Bera, dem Koenig von Sodom, und mit Birsa, dem Koenig von Gomorra, und mit Sineab, dem Koenig von Adama, und mit Semeber, dem Koenig von Zeboim, und mit dem Koenig von Bela, das Zoar heisst. ^3Diese kamen alle zusammen in das Tal Siddim, wo nun das Salzmeer ist. ^4Denn sie waren zwoelf Jahre unter dem Koenig Kedor-Laomor gewesen, und im dreizehnten Jahr waren sie von ihm abgefallen. ^5Darum kam Kedor-Laomor und die Koenige, die mit ihm waren, im vierzehnten Jahr und schlugen die Riesen zu Astharoth-Karnaim und die Susiter zu Ham und die Emiter in dem Felde Kirjathaim ^6und die Horiter auf dem Gebirge Seir, bis El-Pharan, welches an die Wueste stoesst. ^7Darnach wandten sie um und kamen an den Born Mispat, das ist Kades, und schlugen das ganze Land der Amalekiter, dazu die Amoriter, die zu Hazezon-Thamar wohnten. ^8Da zogen aus der Koenig von Sodom, der Koenig von Gomorra, der Koenig von Adama, der Koenig von Zeboim und der Koenig von Bela, das Zoar heisst, und ruesteten sich, zu streiten im Tal Siddim ^9mit Kedor-Laomor, dem Koenig von Elam, und mit Thideal, dem Koenig der Heiden, und mit Amraphel, dem Koenig von Sinear, und mit Arioch, dem Koenig von Ellasar: vier Koenige mit fuenfen. ^10Das Tal Siddim aber hatte viel Erdharzgruben; und die Koenige von Sodom und Gomorra wurden in die Flucht geschlagen und fielen da hinein, und was uebrig blieb, floh auf das Gebirge. ^11Da nahmen sie alle Habe zu Sodom und Gomorra und alle Speise und zogen davon. ^12Sie nahmen auch mit sich Lot, Abrams Bruderssohn, und seine Habe, denn er wohnte zu Sodom, und zogen davon. ^13Da kam einer, der entronnen war, und sagte es Abram an, dem Auslaender, der da wohnte im Hain Mamres, des Amoriters, welcher ein Bruder war Eskols und Aners. Diese waren mit Abram im Bunde. ^14Als nun Abram hoerte, dass sein Bruder gefangen war, wappnete er seine Knechte, dreihundertundachtzehn, in seinem Hause geboren, und jagte ihnen nach bis gen Dan ^15und teilte sich, fiel des Nachts ueber sie mit seinen Knechten und schlug sie und jagte sie bis gen Hoba, das zur Linken der Stadt Damaskus liegt, ^16und brachte alle Habe wieder, dazu auch Lot, seinen Bruder, mit seiner Habe, auch die Weiber und das Volk. ^17Als er nun wiederkam von der Schlacht des Kedor-Laomor und der Koenige mit ihm, ging ihm entgegen der Koenig von Sodom in das Feld, das Koenigstal heisst. ^18Aber Melchisedek, der Koenig von Salem, trug Brot und Wein hervor. Und er war ein Priester Gottes des Hoechsten. ^19Und segnete ihn und sprach: Gesegnet seist du, Abram, dem hoechsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat; ^20und gelobt sei Gott der Hoechste, der deine Feinde in deine Hand beschlossen hat. Und demselben gab Abram den Zehnten von allem. ^21Da sprach der Koenig von Sodom zu Abram: Gib mir die Leute; die Gueter behalte dir. ^22Aber Abram sprach zu dem Koenig von Sodom: Ich hebe mein Haende auf zu dem HERRN, dem hoechsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, ^23dass ich von allem, was dein ist, nicht einen Faden noch einen Schuhriemen nehmen will, dass du nicht sagst, du hast Abram reich gemacht; ^24ausgenommen, was die Juenglinge verzehrt haben; und die Maenner Aner, Eskol und Mamre, die mit mir gezogen sind, die lass ihr Teil nehmen. __________________________________________________________________ Kapitel 15 ^1Nach diesen Geschichten begab sich's, dass zu Abram geschah das Wort des HERRN im Gesicht und sprach: Fuerchte dich nicht Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr grosser Lohn. ^2Abram sprach aber: HERR HERR, was willst du mir geben? Ich gehe dahin ohne Kinder; und dieser Elieser von Damaskus wird mein Haus besitzen. ^3Und Abram sprach weiter: Mir hast du keinen Samen gegeben; und siehe, einer von meinem Gesinde soll mein Erbe sein. ^4Und siehe, der HERR sprach zu ihm: Er soll nicht dein Erbe sein; sondern der von deinem Leib kommen wird, der soll dein Erbe sein. ^5Und er hiess ihn hinausgehen und sprach: Siehe gen Himmel und zaehle die Sterne; kannst du sie zaehlen? und sprach zu ihm: Also soll dein Same werden. ^6Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit. ^7Und er sprach zu ihm: Ich bin der HERR, der dich von Ur in Chaldaea ausgefuehrt hat, dass ich dir dies Land zu besitzen gebe. ^8Abram aber sprach: HERR HERR, woran soll ich merken, dass ich's besitzen werde? ^9Und er sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijaehrige Kuh und eine dreijaehrige Ziege und einen dreijaehrigen Widder und eine Turteltaube und eine junge Taube. ^10Und er brachte ihm solches alles und zerteilte es mitten voneinander und legte einen Teil dem andern gegenueber; aber die Voegel zerteilte er nicht. ^11Und die Raubvoegel fielen auf die Aase; aber Abram scheuchte sie davon. ^12Da nun die Sonne am Untergehen war, fiel ein tiefer Schlaf auf Abram; und siehe, Schrecken und grosse Finsternis ueberfiel ihn. ^13Da sprach er zu Abram: Das sollst du wissen, dass dein Same wird fremd sein in einem Lande, das nicht sein ist; und da wird man sie zu dienen zwingen und plagen vierhundert Jahre. ^14Aber ich will richten das Volk, dem sie dienen muessen. Darnach sollen sie ausziehen mit grossem Gut. ^15Und du sollst fahren zu deinen Vaetern mit Frieden und in gutem Alter begraben werden. ^16Sie aber sollen nach vier Mannesaltern wieder hierher kommen; denn die Missetat der Amoriter ist noch nicht voll. ^17Als nun die Sonne untergegangen und es finster geworden war, siehe, da rauchte ein Ofen, und ein Feuerflamme fuhr zwischen den Stuecken hin. ^18An dem Tage machte der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinem Samen will ich dies Land geben, von dem Wasser Aegyptens an bis an das grosse Wasser Euphrat: ^19die Keniter, die Kenisiter, die Kadmoniter, ^20die Hethiter, die Pheresiter, die Riesen, ^21die Amoriter, die Kanaaniter, die Girgasiter, die Jebusiter. __________________________________________________________________ Kapitel 16 ^1Sarai, Abrams Weib, gebar ihm kein Kind. Sie hatte eine aegyptische Magd, die hiess Hagar. ^2Und sie sprach zu Abram: Siehe, der HERR hat mich verschlossen, dass ich nicht gebaeren kann. Gehe doch zu meiner Magd, ob ich vielleicht aus ihr mich aufbauen moege. Und Abram gehorchte der Stimme Sarais. ^3Da nahm Sarai, Abrams Weib, ihre aegyptische Magd, Hagar, und gab sie Abram, ihrem Mann, zum Weibe, nachdem sie zehn Jahre im Lande Kanaan gewohnt hatten. ^4Und er ging zu Hagar, die ward schwanger. Als sie nun sah, dass sie schwanger war, achtete sie ihre Frau gering gegen sich. ^5Da sprach Sarai zu Abram: Du tust unrecht an mir. Ich habe meine Magd dir in die Arme gegeben; nun sie aber sieht, dass sie schwanger geworden ist, muss ich gering sein in ihren Augen. Der HERR sei Richter zwischen mir und dir. ^6Abram aber sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist unter deiner Gewalt; tue mit ihr, wie dir's gefaellt. Da sie nun Sarai wollte demuetigen, floh sie von ihr. ^7Aber der Engel des HERRN fand sie bei einem Wasserbrunnen in der Wueste, naemlich bei dem Brunnen am Wege gen Sur. ^8Der sprach zu ihr: Hagar, Sarais Magd, wo kommst du her, und wo willst du hin? Sie sprach: Ich bin von meiner Frau Sarai geflohen. ^9Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Kehre wieder um zu deiner Frau, und demuetige dich unter ihre Hand. ^10Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Ich will deinen Samen also mehren, dass er vor grosser Menge nicht soll gezaehlt werden. ^11Weiter sprach der Engel des HERRN zu ihr: Siehe, du bist schwanger geworden und wirst einen Sohn gebaeren, des namen sollst du Ismael heissen, darum dass der HERR dein Elend erhoert hat. ^12Er wird ein wilder Mensch sein: seine Hand wider jedermann und jedermanns Hand wider ihn, und wird gegen alle seine Brueder wohnen. ^13Und sie hiess den Namen des HERRN, der mit ihr redete: Du Gott siehst mich. Denn sie sprach: Gewiss habe ich hier gesehen den, der mich hernach angesehen hat. ^14Darum hiess man den Brunnen einen Brunnen des Lebendigen, der mich ansieht; welcher Brunnen ist zwischen Kades und Bared. ^15Und Hagar gebar einen Sohn; und Abram hiess den Sohn, den ihm Hagar gebar, Ismael. ^16Und Abram war sechsundachtzig Jahre alt, da ihm Hagar den Ismael gebar. __________________________________________________________________ Kapitel 17 ^1Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sprach zu ihm: Ich bin der allmaechtige Gott; wandle vor mir und sei fromm. ^2Und ich will meinen Bund zwischen mir und dir machen und ich will dich gar sehr mehren. ^3Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und sprach: ^4Siehe, ich bin's und habe meinen Bund mit dir, und du sollst ein Vater vieler Voelker werden. ^5Darum sollst du nicht mehr Abram heissen, sondern Abraham soll dein Name sein; denn ich habe dich gemacht zum Vater vieler Voelker ^6und will dich gar sehr fruchtbar machen und will von dir Voelker machen, und sollen auch Koenige von dir kommen. ^7Und ich will aufrichten meinen Bund zwischen mir und dir und deinem Samen nach dir, bei ihren Nachkommen, dass es ein ewiger Bund sei, also dass ich dein Gott sei und deines Samens nach dir, ^8und ich will dir und deinem Samen nach dir geben das Land, darin du ein Fremdling bist, das ganze Land Kanaan, zu ewiger Besitzung, und will ihr Gott sein. ^9Und Gott sprach zu Abraham: So halte nun meinen Bund, du und dein Same nach dir, bei ihren Nachkommen. ^10Das ist aber mein Bund, den ihr halten sollt zwischen mir und euch und deinem Samen nach dir: Alles, was maennlich ist unter euch, soll beschnitten werden. ^11Ihr sollt aber die Vorhaut an eurem Fleisch beschneiden. Das soll ein Zeichen sein des Bundes zwischen mir und euch. ^12Ein jegliches Knaeblein, wenn's acht Tage alt ist, sollt ihr beschneiden bei euren Nachkommen. ^13Beschnitten werden soll alles Gesinde, das dir daheim geboren oder erkauft ist. Und also soll mein Bund an eurem Fleisch sein zum ewigen Bund. ^14Und wo ein Mannsbild nicht wird beschnitten an der Vorhaut seines Fleisches, des Seele soll ausgerottet werden aus seinem Volk, darum dass es meinen Bund unterlassen hat. ^15Und Gott sprach abermals zu Abraham: Du sollst dein Weib Sarai nicht mehr Sarai heissen, sondern Sara soll ihr Name sein. ^16Denn ich will sie segnen, und auch von ihr will ich dir einen Sohn geben; denn ich will sie segnen, und Voelker sollen aus ihr werden und Koenige ueber viele Voelker. ^17Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte, und sprach in seinem Herzen: Soll mir, hundert Jahre alt, ein Kind geboren werden, und Sara, neunzig Jahre alt, gebaeren? ^18Und Abraham sprach zu Gott: Ach, dass Ismael leben sollte vor dir! ^19Da sprach Gott: Ja, Sara, dein Weib, soll dir einen Sohn gebaeren, den sollst du Isaak heissen; denn mit ihm will ich meinen ewigen Bund aufrichten und mit seinem Samen nach ihm. ^20Dazu um Ismael habe ich dich auch erhoert. Siehe, ich habe ihn gesegnet und will ihn fruchtbar machen und mehren gar sehr. Zwoelf Fuersten wird er zeugen, und ich will ihn zum grossen Volk machen. ^21Aber meinen Bund will ich aufrichten mit Isaak, den dir Sara gebaeren soll um diese Zeit im andern Jahr. ^22Und er hoerte auf, mit ihm zu reden. Und Gott fuhr auf von Abraham. ^23Da nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle Knechte, die daheim geboren, und alle, die erkauft, und alles, was maennlich war in seinem Hause, und beschnitt die Vorhaut an ihrem Fleisch ebendesselben Tages, wie ihm Gott gesagt hatte. ^24Und Abraham war neunundneunzig Jahre alt, da er die Vorhaut an seinem Fleisch beschnitt. ^25Ismael aber, sein Sohn, war dreizehn Jahre alt, da seines Fleisches Vorhaut beschnitten ward. ^26Eben auf einen Tag wurden sie alle beschnitten, Abraham, sein Sohn Ismael, ^27und was maennlich in seinem Hause war, daheim geboren und erkauft von Fremden; es ward alles mit ihm beschnitten. __________________________________________________________________ Kapitel 18 ^1Und der HERR erschien ihm im Hain Mamre, da sass er an der Tuer seiner Huette, da der Tag am heissesten war. ^2Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Maenner vor ihm. Und da er sie sah, lief er ihnen entgegen von der Tuer seiner Huette und bueckte sich nieder zur Erde ^3und sprach: HERR, habe ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so gehe nicht an deinem Knecht vorueber. ^4Man soll euch ein wenig Wasser bringen und eure Fuesse waschen, und lehnt euch unter den Baum. ^5Und ich will einen Bissen Brot bringen, dass ihr euer Herz labt; darnach sollt ihr fortgehen. Denn darum seid ihr zu eurem Knecht gekommen. Sie sprachen: Tue wie du gesagt hast. ^6Abraham eilte in die Huette zu Sara und sprach: Eile und menge drei Mass Semmelmehl, knete und backe Kuchen. ^7Er aber lief zu den Rindern und holte ein zartes, gutes Kalb und gab's dem Knechte; der eilte und bereitete es zu. ^8Und er trug auf Butter und Milch und von dem Kalbe, das er zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor und blieb stehen vor ihnen unter dem Baum, und sie assen. ^9Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Weib Sara? Er antwortete: Drinnen in der Huette. ^10Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen ueber ein Jahr; siehe, so soll Sara, dein Weib, einen Sohn haben. Das hoerte Sara hinter ihm, hinter der Tuer der Huette. ^11Und sie waren beide, Abraham und Sara, alt und wohl betagt, also dass es Sara nicht mehr ging nach der Weiber Weise. ^12Darum lachte sie bei sich selbst und sprach: Nun ich alt bin, soll ich noch Wollust pflegen, und mein Herr ist auch alt? ^13Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Meinst du, das es wahr sei, dass ich noch gebaeren werde, so ich doch alt bin? ^14Sollte dem HERRN etwas unmoeglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen ueber ein Jahr, so soll Sara einen Sohn haben. ^15Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht gelacht; denn sie fuerchtete sich. Aber er sprach: Es ist nicht also; du hast gelacht. ^16Da standen die Maenner auf von dannen und wandten sich gegen Sodom; und Abraham ging mit ihnen, dass er sie geleitete. ^17Da sprach der HERR: Wie kann ich Abraham verbergen, was ich tue, ^18sintemal er ein grosses und maechtiges Volk soll werden, und alle Voelker auf Erden in ihm gesegnet werden sollen? ^19Denn ich weiss, er wird befehlen seinen Kindern und seinem Hause nach ihm, dass sie des HERRN Wege halten und tun, was recht und gut ist, auf dass der HERR auf Abraham kommen lasse, was er ihm verheissen hat. ^20Und der HERR sprach: Es ist ein Geschrei zu Sodom und Gomorra, das ist gross, und ihre Suenden sind sehr schwer. ^21Darum will ich hinabfahren und sehen, ob sie alles getan haben nach dem Geschrei, das vor mich gekommen ist, oder ob's nicht also sei, dass ich's wisse. ^22Und die Maenner wandten ihr Angesicht und gingen gen Sodom; aber Abraham blieb stehen vor dem HERRN ^23und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen? ^24Es moegen vielleicht fuenfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du die umbringen und dem Ort nicht vergeben um fuenfzig Gerechter willen, die darin waeren? ^25Das sei ferne von dir, dass du das tust und toetest den Gerechten mit dem Gottlosen, dass der Gerechte sei gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von dir, der du aller Welt Richter bist! Du wirst so nicht richten. ^26Der HERR sprach: Finde ich fuenfzig Gerechte zu Sodom in der Stadt, so will ich um ihrer willen dem ganzen Ort vergeben. ^27Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden zu reden mit dem HERRN, wie wohl ich Erde und Asche bin. ^28Es moechten vielleicht fuenf weniger den fuenfzig Gerechte darin sein; wolltest du denn die ganze Stadt verderben um der fuenf willen? Er sprach: Finde ich darin fuenfundvierzig, so will ich sie nicht verderben. ^29Und er fuhr fort mit ihm zu reden und sprach: Man moechte vielleicht vierzig darin finden. Er aber sprach: Ich will ihnen nichts tun um der vierzig willen. ^30Abraham sprach: Zuerne nicht, HERR, dass ich noch mehr rede. Man moechte vielleicht dreissig darin finden. Er aber sprach: Finde ich dreissig darin, so will ich ihnen nichts tun. ^31Und er sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden mit dem HERRN zu reden. Man moechte vielleicht zwanzig darin finden. Er antwortete: Ich will sie nicht verderben um der zwanzig willen. ^32Und er sprach: Ach zuerne nicht, HERR, dass ich nur noch einmal rede. Man moechte vielleicht zehn darin finden. Er aber sprach: Ich will sie nicht verderben um der zehn willen. ^33Und der HERR ging hin, da er mit Abraham ausgeredet hatte; und Abraham kehrte wieder um an seinen Ort. __________________________________________________________________ Kapitel 19 ^1Die zwei Engel kamen gen Sodom des Abends; Lot aber sass zu Sodom unter dem Tor. Und da er sie sah, stand er auf, ihnen entgegen, und bueckte sich mit seinem Angesicht zur Erde ^2und sprach: Siehe, liebe Herren, kehrt doch ein zum Hause eures Knechtes und bleibt ueber Nacht; lasst eure Fuesse waschen, so steht ihr morgens frueh auf und zieht eure Strasse. Aber sie sprachen: Nein, sondern wir wollen ueber Nacht auf der Gasse bleiben. ^3Da noetigte er sie sehr; und sie kehrten zu ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl und buk ungesaeuerte Kuchen; und sie assen. ^4Aber ehe sie sich legten, kamen die Leute der Stadt Sodom und umgaben das ganze Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden, ^5und forderten Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Maenner, die zu dir gekommen sind diese Nacht? Fuehre sie heraus zu uns, dass wir sie erkennen. ^6Lot ging heraus zu ihnen vor die Tuer und schloss die Tuer hinter sich zu ^7und sprach: Ach, liebe Brueder, tut nicht so uebel! ^8Siehe, ich habe zwei Toechter, die haben noch keinen Mann erkannt, die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefaellt; allein diesen Maennern tut nichts, denn darum sind sie unter den Schatten meines Daches eingegangen. ^9Sie aber sprachen: Geh hinweg! und sprachen auch: Du bist der einzige Fremdling hier und willst regieren? Wohlan, wir wollen dich uebler plagen denn jene. Und sie drangen hart auf den Mann Lot. Und da sie hinzuliefen und wollten die Tuer aufbrechen, ^10griffen die Maenner hinaus und zogen Lot hinein zu sich ins Haus und schlossen die Tuer zu. ^11Und die Maenner vor der Tuer wurden mit Blindheit geschlagen, klein und gross, bis sie muede wurden und die Tuer nicht finden konnten. ^12Und die Maenner sprachen zu Lot: Hast du noch irgend hier einen Eidam und Soehne und Toechter, und wer dir angehoert in der Stadt, den fuehre aus dieser Staette. ^13Denn wir werden diese Staette verderben, darum dass ihr Geschrei gross ist vor dem HERRN; der hat uns gesandt, sie zu verderben. ^14Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Eidamen, die seine Toechter nehmen sollten: Macht euch auf und geht aus diesem Ort; denn der HERR wird diese Stadt verderben. Aber es war ihnen laecherlich. ^15Da nun die Morgenroete aufging, hiessen die Engel den Lot eilen und sprachen: Mache dich auf, nimm dein Weib und deine zwei Toechter, die vorhanden sind, dass du nicht auch umkommst in der Missetat dieser Stadt. ^16Da er aber verzog, ergriffen die Maenner ihn und sein Weib und seine zwei Toechter bei der Hand, darum dass der HERR ihn verschonte, und fuehrten ihn hinaus und liessen ihn draussen vor der Stadt. ^17Und als sie ihn hatten hinausgebracht, sprach er: Errette dein Seele und sieh nicht hinter dich; auch stehe nicht in dieser ganzen Gegend. Auf den Berg rette dich, dass du nicht umkommst. ^18Aber Lot sprach zu ihnen: Ach nein, Herr! ^19Siehe, dieweil dein Knecht Gnade gefunden hat vor deinen Augen, so wollest du deine Barmherzigkeit gross machen, die du an mir getan hast, dass du meine Seele am Leben erhieltest. Ich kann mich nicht auf den Berg retten; es moechte mich ein Unfall ankommen, dass ich stuerbe. ^20Siehe, da ist eine Stadt nahe, darein ich fliehen kann, und sie ist klein; dahin will ich mich retten (ist sie doch klein), dass meine Seele lebendig bleibe. ^21Da sprach er zu ihm: Siehe, ich habe auch in diesem Stueck dich angesehen, dass ich die Stadt nicht umkehre, von der du geredet hast. ^22Eile und rette dich dahin; denn ich kann nichts tun, bis dass du hineinkommst. Daher ist diese Stadt genannt Zoar. ^23Und die Sonne war aufgegangen auf Erden, da Lot nach Zoar kam. ^24Da liess der HERR Schwefel und Feuer regnen von Himmel herab auf Sodom und Gomorra ^25und kehrte die Staedte um und die ganze Gegend und alle Einwohner der Staedte und was auf dem Lande gewachsen war. ^26Und sein Weib sah hinter sich und ward zur Salzsaeule. ^27Abraham aber machte sich des Morgens frueh auf an den Ort, da er gestanden vor dem HERRN, ^28und wandte sein Angesicht gegen Sodom und Gomorra und alles Land der Gegend und schaute; und siehe, da ging Rauch auf vom Lande wie ein Rauch vom Ofen. ^29Und es geschah, da Gott die Staedte in der Gegend verderbte, gedachte er an den Abraham und geleitete Lot aus den Staedten, die er umkehrte, darin Lot wohnte. ^30Und Lot zog aus Zoar und blieb auf dem Berge mit seinen beiden Toechtern; denn er fuerchtete sich, zu Zoar zu bleiben; und blieb also in einer Hoehle mit seinen beiden Toechtern. ^31Da sprach die aeltere zu der juengeren: Unser Vater ist alt, und ist kein Mann mehr auf Erden der zu uns eingehen moege nach aller Welt Weise; ^32so komm, lass uns unserm Vater Wein zu trinken geben und bei ihm schlafen, dass wir Samen von unserm Vater erhalten. ^33Also gaben sie ihrem Vater Wein zu trinken in derselben Nacht. Und die erste ging hinein und legte sich zu ihrem Vater; und der ward's nicht gewahr, da sie sich legte noch da sie aufstand. ^34Des Morgens sprach die aeltere zu der juengeren: Siehe, ich habe gestern bei meinem Vater gelegen. Lass uns ihm diese Nacht auch Wein zu trinken geben, dass du hineingehst und legst dich zu ihm, dass wir Samen von unserm Vater erhalten. ^35Also gaben sie ihrem Vater die Nacht auch Wein zu trinken. Und die juengere machte sich auf und legte sich zu ihm; und er ward's nicht gewahr, da sie sich legte noch da sie aufstand. ^36Also wurden beide Toechter Lots schwanger von ihrem Vater. ^37Und die aeltere gebar einen Sohn, den nannte sie Moab. Von dem kommen her die Moabiter bis auf den heutigen Tag. ^38Und die juengere gebar auch einen Sohn, den hiess sie das Kind Ammi. Von dem kommen die Kinder Ammon bis auf den heutigen Tag. __________________________________________________________________ Kapitel 20 ^1Abraham aber zog von dannen ins Land gegen Mittag und wohnte zwischen Kades und Sur und ward ein Fremdling zu Gerar. ^2Er sprach aber von seinem Weibe Sara: Es ist meine Schwester. Da sandte Abimelech, der Koenig zu Gerar, nach ihr und liess sie holen. ^3Aber Gott kam zu Abimelech des Nachts im Traum und sprach zu ihm: Siehe da, du bist des Todes um des Weibes willen, das du genommen hast; denn sie ist eines Mannes Eheweib. ^4Abimelech aber hatte sie nicht beruehrt und sprach: HERR, willst du denn auch ein gerechtes Volk erwuergen? ^5Hat er nicht zu mir gesagt: Sie sei seine Schwester? Und sie hat auch gesagt: Er ist mein Bruder. Habe ich doch das getan mit einfaeltigem Herzen und unschuldigen Haenden. ^6Und Gott sprach zu ihm im Traum: Ich weiss auch, dass du mit einfaeltigem Herzen das getan hast. Darum habe ich dich auch behuetet, dass du nicht wider mich suendigtest, und habe es nicht zugegeben, dass du sie beruehrtest. ^7So gib nun dem Manne sein Weib wieder, denn er ist ein Prophet; und lass ihn fuer dich bitten, so wirst du lebendig bleiben. Wo du sie aber nicht wiedergibst, so wisse, dass du des Todes sterben musst und alles, was dein ist. ^8Da stand Abimelech des Morgens frueh auf und rief alle seine Knechte und sagte ihnen dieses alles vor ihren Ohren. Und die Leute fuerchteten sich sehr. ^9Und Abimelech rief Abraham auch und sprach zu ihm: Warum hast du uns das getan? Und was habe ich an dir gesuendigt, dass du so eine grosse Suende wolltest auf mich und mein Reich bringen? Du hast mit mir gehandelt, wie man nicht handeln soll. ^10Und Abimelech sprach weiter zu Abraham: Was hast du gesehen, dass du solches getan hast? ^11Abraham sprach: Ich dachte, vielleicht ist keine Gottesfurcht an diesem Orte, und sie werden mich um meines Weibes willen erwuergen. ^12Auch ist sie wahrhaftig meine Schwester; denn sie ist meines Vaters Tochter, aber nicht meiner Mutter Tochter, und ist mein geworden. ^13Da mich aber Gott aus meines Vaters Hause wandern hiess, sprach ich zu ihr: Die Barmherzigkeit tu an mir, dass, wo wir hinkommen, du sagst, ich sei dein Bruder. ^14Da nahm Abimelech Schafe und Rinder, Knechte und Maegde und gab sie Abraham und gab ihm wieder sein Weib Sara ^15und sprach: Siehe da, mein Land steht dir offen; wohne, wo dir's wohl gefaellt. ^16Und sprach zu Sara: Siehe da, ich habe deinem Bruder tausend Silberlinge gegeben; siehe, das soll dir eine Decke der Augen sein vor allen, die bei dir sind, und allenthalben. Und damit war ihr Recht verschafft. ^17Abraham aber betete zu Gott; da heilte Gott Abimelech und sein Weib und seine Maegde, dass sie Kinder gebaren. ^18Denn der HERR hatte zuvor hart verschlossen alle Muetter des Hauses Abimelechs um Saras, Abrahams Weibes, willen. __________________________________________________________________ Kapitel 21 ^1Und der HERR suchte heim Sara, wie er geredet hatte, und tat mit ihr, wie er geredet hatte. ^2Und Sara ward schwanger und gebar Abraham einen Sohn in seinem Alter um die Zeit, von der ihm Gott geredet hatte. ^3Und Abraham hiess seinen Sohn, der ihm geboren war, Isaak, den ihm Sara gebar, ^4und beschnitt ihn am achten Tage, wie ihm Gott geboten hatte. ^5Hundert Jahre war Abraham alt, da ihm sein Sohn Isaak geboren ward. ^6Und Sara sprach: Gott hat mir ein Lachen zugerichtet; denn wer es hoeren wird, der wird ueber mich lachen, ^7und sprach: Wer durfte von Abraham sagen, dass Sara Kinder saeuge? Denn ich habe ihm einen Sohn geboren in seinem Alter. ^8Und das Kind wuchs und ward entwoehnt; und Abraham machte ein grosses Mahl am Tage, da Isaak entwoehnt ward. ^9Und Sara sah den Sohn Hagars, der Aegyptischen, den sie Abraham geboren hatte, dass er ein Spoetter war, ^10und sprach zu Abraham: Treibe diese Magd aus mit ihrem Sohn; denn dieser Magd Sohn soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak. ^11Das Wort gefiel Abraham sehr uebel um seines Sohnes willen. ^12Aber Gott sprach zu ihm: Lass dir's nicht uebel gefallen des Knaben und der Magd halben. Alles, was Sara dir gesagt hat, dem gehorche; denn in Isaak soll dir der Same genannt werden. ^13Auch will ich der Magd Sohn zum Volk machen, darum dass er deines Samens ist. ^14Da stand Abraham des Morgens frueh auf und nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser und legte es Hagar auf ihre Schulter und den Knaben mit und liess sie von sich. Da zog sie hin und ging in der Wueste irre bei Beer-Seba. ^15Da nun das Wasser in dem Schlauch aus war, warf sie den Knaben unter einen Strauch ^16und ging hin und setzte sich gegenueber von fern, einen Bogenschuss weit; denn sie sprach: Ich kann nicht ansehen des Knaben Sterben. Und sie setzte sich gegenueber und hob ihre Stimme auf und weinte. ^17Da erhoerte Gott die Stimme des Knaben. Und der Engel Gottes rief vom Himmel der Hagar und sprach zu ihr: Was ist dir Hagar? Fuerchte dich nicht; denn Gott hat erhoert die Stimme des Knaben, da er liegt. ^18Steh auf, nimm den Knaben und fuehre ihn an deiner Hand; denn ich will ihn zum grossen Volk machen. ^19Und Gott tat ihr die Augen auf, dass sie einen Wasserbrunnen sah. Da ging sie hin und fuellte den Schlauch mit Wasser und traenkte den Knaben. ^20Und Gott war mit dem Knaben; der wuchs und wohnte in der Wueste und ward ein guter Schuetze. ^21Und er wohnte in der Wueste Pharan, und seine Mutter nahm ihm ein Weib aus Aegyptenland. ^22Zu der Zeit redete Abimelech und Phichol, sein Feldhauptmann, mit Abraham und sprach: Gott ist mit dir in allem, das du tust. ^23So schwoere mir nun bei Gott, dass du mir und meinen Kindern und meinen Enkeln keine Untreue erzeigen wollest, sondern die Barmherzigkeit, die ich an dir getan habe, an mir auch tust und an dem Lande, darin du ein Fremdling bist. ^24Da sprach Abraham: Ich will schwoeren. ^25Und Abraham setzte Abimelech zur Rede um des Wasserbrunnens willen, den Abimelechs Knechte hatten mit Gewalt genommen. ^26Da antwortete Abimelech: Ich habe es nicht gewusst, wer das getan hat; auch hast du mir's nicht angesagt; dazu habe ich's nicht gehoert bis heute. ^27Da nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech; und sie machten beide einen Bund miteinander. ^28Und Abraham stellt sieben Laemmer besonders. ^29Da sprach Abimelech zu Abraham: Was sollen die sieben Laemmer, die du besonders gestellt hast? ^30Er antwortete: Sieben Laemmer sollst du von meiner Hand nehmen, dass sie mir zum Zeugnis seien, dass ich diesen Brunnen gegraben habe. ^31Daher heisst die Staette Beer-Seba, weil sie beide miteinander da geschworen haben. ^32Und also machten sie den Bund zu Beer-Seba. Da machten sich auf Abimelech und Phichol, sein Feldhauptmann, und zogen wieder in der Philister Land. ^33Abraham aber pflanzte Baeume zu Beer-Seba und predigte daselbst von dem Namen des HERRN, des ewigen Gottes. ^34Und er war ein Fremdling in der Philister Lande eine lange Zeit. __________________________________________________________________ Kapitel 22 ^1Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich. ^2Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und gehe hin in das Land Morija und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde. ^3Da stand Abraham des Morgens frueh auf und guertete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging an den Ort, davon ihm Gott gesagt hatte. ^4Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die Staette von ferne ^5und sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel! Ich und der Knabe wollen dorthin gehen; und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen. ^6Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak; er aber nahm das Feuer und Messer in seine Hand, und gingen die beiden miteinander. ^7Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hier bin ich mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? ^8Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen beide miteinander. ^9Und als sie kamen an die Staette, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham daselbst einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz ^10und reckte seine Hand aus und fasste das Messer, dass er seinen Sohn schlachtete. ^11Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. ^12Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm nichts; denn nun weiss ich, dass du Gott fuerchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen. ^13Da hob Abraham sein Augen auf und sah einen Widder hinter sich in der Hecke mit seinen Hoernern hangen und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes Statt. ^14Und Abraham hiess die Staette: Der HERR sieht. Daher man noch heutigestages sagt: Auf dem Berge, da der HERR sieht. ^15Und der Engel des HERRN rief Abraham abermals vom Himmel ^16und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR, weil du solches getan hast und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont, ^17dass ich deinen Samen segnen und mehren will wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres; und dein Same soll besitzen die Tore seiner Feinde; ^18und durch deinen Samen sollen alle Voelker auf Erden gesegnet werden, darum dass du meiner Stimme gehorcht hast. ^19Also kehrte Abraham wieder zu seinen Knechten; und sie machten sich auf und zogen miteinander gen Beer-Seba; und er wohnte daselbst. ^20Nach diesen Geschichten begab sich's, dass Abraham angesagt ward: Siehe, Milka hat auch Kinder geboren deinem Bruder Nahor, ^21naemlich Uz, den Erstgeborenen, und Buz, seinen Bruder, und Kemuel, von dem die Syrer kommen, ^22und Chesed und Haso und Phildas und Jedlaph und Bethuel. ^23Bethuel aber zeugte Rebekka. Diese acht gebar Milka dem Nahor, Abrahams Bruder. ^24Und sein Kebsweib, mit Namen Rehuma, gebar auch, naemlich den Tebah, Gaham, Thahas und Maacha. __________________________________________________________________ Kapitel 23 ^1Sara ward hundertsiebenundzwanzig Jahre alt ^2und starb in Kirjat-Arba, das Hebron heisst, im Lande Kanaan. Da kam Abraham, dass er sie beklagte und beweinte. ^3Darnach stand er auf von seiner Leiche und redete mit den Kindern Heth und sprach: ^4Ich bin ein Fremder und Einwohner bei euch; gebt mir ein Erbbegraebnis bei euch, dass ich meinen Toten begrabe, der vor mir liegt. ^5Da antworteten Abraham die Kinder Heth und sprachen zu ihm: ^6Hoere uns, lieber Herr! Du bist ein Fuerst Gottes unter uns, begrabe deinen Toten in unsern vornehmsten Graebern; kein Mensch soll dir unter uns wehren, dass du in seinem Grabe begrabest deinen Toten. ^7Da stand Abraham auf und bueckte sich vor dem Volk des Landes, vor den Kindern Heth. ^8Und er redete mit ihnen und sprach: Gefaellt es euch, dass ich meinen Toten, der vor mir liegt, begrabe, so hoert mich und bittet fuer mich Ephron, den Sohn Zohars, ^9dass er mir gebe seine zwiefache Hoehle, die er hat am Ende seines Ackers; er gebe sie mir um Geld, soviel sie wert ist, unter euch zum Erbbegraebnis. ^10Ephron aber sass unter den Kindern Heth. Da antwortete Ephron, der Hethiter, Abraham, dass zuhoerten die Kinder Heth, vor allen, die zu seiner Stadt Tor aus und ein gingen, und sprach: ^11Nein, mein Herr, sondern hoere mir zu! Ich schenke dir den Acker und die Hoehle darin dazu und uebergebe dir's vor den Augen der Kinder meines Volkes, zu begraben deinen Toten. ^12Da bueckte sich Abraham vor dem Volk des Landes ^13und redete mit Ephron, dass zuhoerte das Volk des Landes, und sprach: Willst du mir ihn lassen, so bitte ich, nimm von mir das Geld fuer den Acker, das ich dir gebe, so will ich meinen Toten daselbst begraben. ^14Ephron antwortete Abraham und sprach zu ihm: ^15Mein Herr, hoere doch mich! Das Feld ist vierhun dert Lot Silber wert; was ist das aber zwischen mir und dir? Begrabe nur deinen Toten! ^16Abraham gehorchte Ephron und wog ihm das Geld dar, das er gesagt hatte, dass zuhoerten die Kinder Heth, vierhundert Lot Silber, das im Kauf gang und gaebe war. ^17Also ward Ephrons Acker, darin die zwiefache Hoehle ist, Mamre gegenueber, Abraham zum eigenen Gut bestaetigt mit der Hoehle darin und mit allen Baeumen auf dem Acker umher, ^18dass die Kinder Heth zusahen und alle, die zu seiner Stadt Tor aus und ein gingen. ^19Darnach begrub Abraham Sara, sein Weib, in der Hoehle des Ackers, die zwiefach ist, Mamre gegenueber, das ist Hebron, im Lande Kanaan. ^20Also ward bestaetigt der Acker und die Hoehle darin Abraham zum Erbbegraebnis von den Kindern Heth. __________________________________________________________________ Kapitel 24 ^1Abraham ward alt und wohl betagt, und der HERR hatte ihn gesegnet allenthalben. ^2Und er sprach zu dem aeltesten Knecht seines Hauses, der allen seinen Guetern vorstand: Lege deine Hand unter meine Huefte ^3und schwoere mir bei dem HERRN, dem Gott des Himmels und der Erde, dass du meinem Sohn kein Weib nehmest von den Toechtern der Kanaaniter, unter welchen ich wohne, ^4sondern dass du ziehst in mein Vaterland und zu meiner Freundschaft und nehmest meinem Sohn Isaak ein Weib. ^5Der Knecht sprach: Wie, wenn das Weib mir nicht wollte folgen in dies Land, soll ich dann deinen Sohn wiederbringen in jenes Land, daraus du gezogen bist? ^6Abraham sprach zu ihm: Davor huete dich, dass du meinen Sohn nicht wieder dahin bringst. ^7Der HERR, der Gott des Himmels, der mich von meines Vaters Hause genommen hat und von meiner Heimat, der mir geredet hat und mir auch geschworen hat und gesagt: Dies Land will ich deinem Samen geben, der wird seine Engel vor dir her senden, dass du meinem Sohn daselbst ein Weib nehmest. ^8So aber das Weib dir nicht folgen will, so bist du dieses Eides quitt. Allein bringe meinen Sohn nicht wieder dorthin. ^9Da legte der Knecht seine Hand unter die Huefte Abrahams, seines Herrn, und schwur ihm solches. ^10Also nahm der Knecht zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und zog hin und hatte mit sich allerlei Gueter seines Herrn und machte sich auf und zog nach Mesopotamien zu der Stadt Nahors. ^11Da liess er die Kamele sich lagern draussen vor der Stadt bei einem Wasserbrunnen, des Abends um die Zeit, wo die Weiber pflegten herauszugehen und Wasser zu schoepfen, ^12und sprach: HERR, du Gott meines Herrn Abraham, begegne mir heute und tue Barmherzigkeit an meinem Herrn Abraham! ^13Siehe, ich stehe hier bei dem Wasserbrunnen, und der Leute Toechter in dieser Stadt werden herauskommen, Wasser zu schoepfen. ^14Wenn nun eine Dirne kommt, zu der ich spreche: Neige deinen Krug, und lass mich trinken, und sie sprechen wird: Trinke, ich will deine Kamele auch traenken: das sei die, die du deinem Diener Isaak beschert hast, und daran werde ich erkennen, dass du Barmherzigkeit an meinem Herrn getan habest. ^15Und ehe er ausgeredet hatte, siehe, da kam heraus Rebekka, Bethuels Tochter, der ein Sohn der Milka war, welche Nahors, Abrahams Bruders, Weib war, und trug einen Krug auf ihrer Achsel. ^16Und sie war eine sehr schoene Dirne von Angesicht, noch eine Jungfrau, und kein Mann hatte sie erkannt. Die stieg hinab zum Brunnen und fuellte den Krug und stieg herauf. ^17Da lief ihr der Knecht entgegen und sprach: Lass mich ein wenig Wasser aus deinem Kruge trinken. ^18Und sie sprach: Trinke, mein Herr! und eilend liess sie den Krug hernieder auf ihre Hand und gab ihm zu trinken. ^19Und da sie ihm zu trinken gegeben hatte, sprach sie: Ich will deinen Kamelen auch schoepfen, bis sie alle getrunken haben. ^20Und eilte und goss den Krug aus in die Traenke und lief abermals zum Brunnen, zu schoepfen, und schoepfte allen seinen Kamelen. ^21Der Mann aber wunderte sich ihrer und schwieg still, bis er erkennete, ob der HERR zu seiner Reise Gnade gegeben haette oder nicht. ^22Da nun die Kamele alle getrunken hatten, nahm er einen goldenen Reif, ein halbes Lot schwer, und zwei Armringe an ihre Haende, zehn Lot Goldes schwer, ^23und sprach: Wes Tochter bist du? das sage mir doch. Haben wir Raum in deines Vaters Hause, zu beherbergen? ^24Sie sprach zu ihm: Ich bin Bethuels Tochter, des Sohnes Milkas, den sie dem Nahor geboren hat, ^25und sagte weiter zu ihm: Es ist auch viel Stroh und Futter bei uns und Raum genug, zu beherbergen. ^26Da neigte sich der Mann und betete den HERRN an ^27und sprach: Gelobt sei der HERR, der Gott meines Herrn Abraham, der seine Barmherzigkeit und seine Wahrheit nicht verlassen hat an meinem Herrn; denn der HERR hat mich den Weg gefuehrt zum Hause des Bruders meines Herrn. ^28Und die Dirne lief und sagte solches alles an in ihrer Mutter Hause. ^29Und Rebekka hatte einen Bruder, der hiess Laban; und Laban lief zu dem Mann draussen bei dem Brunnen. ^30Und als er sah den Reif und die Armringe an seiner Schwester Haenden und hoerte die Worte Rebekkas, seiner Schwester, dass sie sprach: Also hat mir der Mann gesagt, kam er zu dem Mann, und siehe, er stand bei den Kamelen am Brunnen. ^31Und er sprach: Komm herein, du Gesegneter des HERRN! Warum stehst du draussen? Ich habe das Haus geraeumt und fuer die Kamele auch Raum gemacht. ^32Also fuehrte er den Mann ins Haus und zaeumte die Kamele ab und gab ihnen Stroh und Futter und Wasser, zu waschen seine Fuesse und die Fuesse der Maenner, die mit ihm waren, ^33und setzte ihnen Essen vor. Er sprach aber: Ich will nicht essen, bis dass ich zuvor meine Sache vorgebracht habe. Sie antworteten: Sage an! ^34Er sprach: Ich bin Abrahams Knecht. ^35Und der HERR hat meinen Herrn reichlich gesegnet, dass er gross geworden ist, und hat ihm Schafe und Ochsen, Silber und Gold, Knechte und Maegde, Kamele und Esel gegeben. ^36Dazu hat Sara, meines Herrn Weib, einen Sohn geboren meinem Herrn in seinem Alter; dem hat er alles gegeben, was er hat. ^37Und mein Herr hat einen Eid von mir genommen und gesagt: Du sollst meinem Sohn kein Weib nehmen von den Toechtern der Kanaaniter, in deren Land ich wohne, ^38sondern ziehe hin zu meines Vaters Hause und zu meinem Geschlecht; daselbst nimm meinem Sohn ein Weib. ^39Ich aber sprach zu meinem Herrn: Wie, wenn mir das Weib nicht folgen will? ^40Da sprach er zu mir: Der HERR, vor dem ich wandle, wird seinen Engel mit dir senden und Gnade zu deiner Reise geben, dass du meinem Sohn ein Weib nehmest von meiner Freundschaft und meines Vaters Hause. ^41Alsdann sollst du meines Eides quitt sein, wenn du zu meiner Freundschaft kommst; geben sie dir sie nicht, so bist du meines Eides quitt. ^42Also kam ich heute zum Brunnen und sprach: HERR, Gott meines Herrn Abraham, hast du Gnade zu meiner Reise gegeben, auf der ich bin, ^43siehe, so stehe ich hier bei dem Wasserbrunnen. Wenn nun eine Jungfrau herauskommt, zu schoepfen, und ich zu ihr spreche: Gib mir ein wenig Wasser zu trinken aus deinem Krug, ^44und sie wird sagen: Trinke du, ich will deinen Kamelen auch schoepfen: die sei das Weib, das der HERR meines Herrn Sohne beschert hat. ^45Ehe ich nun solche Worte ausgeredet hatte in meinem Herzen, siehe, da kommt Rebekka heraus mit einem Krug auf ihrer Achsel und geht hinab zum Brunnen und schoepft. Da sprach ich zu ihr: Gib mir zu trinken. ^46Und sie nahm eilend den Krug von ihrer Achsel und sprach: Trinke, und deine Kamele will ich auch traenken. Also trank ich, und sie traenkte die Kamele auch. ^47Und ich fragte sie und sprach: Wes Tochter bist du? Sie antwortete: Ich bin Bethuels Tochter, des Sohnes Nahors, den ihm Milka geboren hat. Da legte ich einen Reif an ihre Stirn und Armringe an ihre Haende ^48und neigte mich und betete den HERRN an und lobte den HERRN, den Gott meines Herrn Abraham, der mich den rechten Weg gefuehrt hat, dass ich seinem Sohn die Tochter nehme des Bruders meines Herrn. ^49Seid ihr nun die, so an meinem Herrn Freundschaft und Treue beweisen wollen, so sagt mir's; wo nicht, so sagt mir's auch, dass ich mich wende zur Rechten oder zur Linken. ^50Da antworteten Laban und Bethuel und sprachen: Das kommt vom HERRN; darum koennen wir nicht wider dich reden, weder Boeses noch Gutes; ^51da ist Rebekka vor dir, nimm sie und zieh hin, dass sie das Weib sei des Sohnes deines Herrn, wie der HERR geredet hat. ^52Da diese Worte hoerte Abrahams Knecht, bueckte er sich vor dem Herrn zur Erde ^53und zog hervor silberne und goldene Kleinode und Kleider und gab sie Rebekka; aber ihrem Bruder und der Mutter gab er Wuerze. ^54Da ass und trank er samt den Maennern, die mit ihm waren, und blieb ueber Nacht allda. Des Morgens aber stand er auf und sprach: Lass mich ziehen zu meinem Herrn. ^55Aber ihr Bruder und ihre Mutter sprachen: Lass doch die Dirne einen Tag oder zehn bei uns bleiben; darnach sollst du ziehen. ^56Da sprach er zu ihnen: Haltet mich nicht auf; denn der HERR hat Gnade zu meiner Reise gegeben. Lasst mich, dass ich zu meinem Herrn ziehe. ^57Da sprachen sie: Lasst uns die Dirne rufen und fragen, was sie dazu sagt. ^58Und sie riefen Rebekka und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem Mann ziehen? Sie antwortete: Ja, ich will mit ihm. ^59Also liessen sie Rebekka, ihre Schwester, ziehen mit ihrer Amme samt Abrahams Knecht und seinen Leuten. ^60Und sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: Du bist unsre Schwester; wachse in vieltausendmal tausend, und dein Same besitze die Tore seiner Feinde. ^61Also machte sich Rebekka auf mit ihren Dirnen, und setzten sich auf die Kamele und zogen dem Manne nach. Und der Knecht nahm Rebekka und zog hin. ^62Isaak aber kam vom Brunnen des Lebendigen und Sehenden (denn er wohnte im Lande gegen Mittag) ^63und war ausgegangen, zu beten auf dem Felde um den Abend, und hob seine Augen auf und sah, dass Kamele daherkamen. ^64Und Rebekka hob ihre Augen auf und sah Isaak; da stieg sie eilend vom Kamel ^65und sprach zu dem Knecht: Wer ist der Mann auf dem Felde? Der Knecht sprach: Das ist mein Herr. Da nahm sie den Mantel und verhuellte sich. ^66Und der Knecht erzaehlte Isaak alle Sachen, die er ausgerichtet hatte. ^67Da fuehrte sie Isaak in die Huette seiner Mutter Sara und nahm die Rebekka und sie war sein Weib, und er gewann sie lieb. Also ward Isaak getroestet ueber seine Mutter. __________________________________________________________________ Kapitel 25 ^1Abraham nahm wieder ein Weib, die hiess Ketura. ^2Die gebar ihm Simran und Joksan, Medan und Midian, Jesbak und Suah. ^3Joksan aber zeugte Saba und Dedan. Die Kinder aber von Dedan waren: die Assuriter, die Letusiter und die Leumiter. ^4Die Kinder Midians waren: Epha, Epher, Henoch, Abida und Eldaa. Diese alle sind Kinder der Ketura. ^5Und Abraham gab all sein Gut Isaak. ^6Aber den Kindern, die er von den Kebsweibern hatte, gab er Geschenke und liess sie von seinen Sohn Isaak ziehen, dieweil er noch lebte, gegen Aufgang in das Morgenland. ^7Das aber ist Abrahams Alter, das er gelebt hat: hundertfuenfundsiebzig Jahre. ^8Und er nahm ab und starb in einem ruhigen Alter, da er alt und lebenssatt war, und ward zu seinem Volk gesammelt. ^9Und es begruben ihn die Soehne Isaak und Ismael in der zwiefachen Hoehle auf dem Acker Ephrons, des Sohnes Zohars, des Hethiters, die da liegt Mamre gegenueber, ^10in dem Felde, das Abraham von den Kindern Heth gekauft hatte. Da ist Abraham begraben mit Sara, seinem Weibe. ^11Und nach dem Tode Abrahams segnete Gott Isaak, seinen Sohn. Und er wohnte bei dem Brunnen des Lebendigen und Sehenden. ^12Dies ist das Geschlecht Ismaels, des Sohnes Abrahams, den ihm Hagar gebar, die Magd Saras aus Aegypten; ^13und das sind die Namen der Kinder Ismaels, davon ihre Geschlechter genannt sind: der erstgeborene Sohn Ismaels, Nebajoth, -Kedar, Abdeel, Mibsam, ^14Misma, Duma, Massa, ^15Hadar, Thema, Jetur, Naphis und Kedma. ^16Dies sind die Kinder Ismaels mit ihren Namen in ihren Hoefen und Zeltdoerfern, zwoelf Fuersten ueber ihre Leute. ^17Und das ist das Alter Ismaels: hundert und siebenunddreissig Jahre. Und er nahm ab und starb und ward gesammelt zu seinem Volk. ^18Und sie wohnten von Hevila an bis gen Sur vor Aegypten und bis wo man nach Assyrien geht. Er liess sich aber nieder gegen alle seine Brueder. ^19Dies ist das Geschlecht Isaaks, des Sohnes Abrahams: Abraham zeugte Isaak. ^20Isaak aber war vierzig Jahre alt, da er Rebekka zum Weibe nahm, die Tochter Bethuels, des Syrers, von Mesopotamien, Labans, des Syrers Schwester. ^21Isaak aber bat den HERRN fuer sein Weib, denn sie war unfruchtbar. Und der HERR liess sich erbitten, und Rebekka, sein Weib, ward schwanger. ^22Und die Kinder stiessen sich miteinander in ihrem Leibe. Da sprach sie: Da mir's also sollte gehen, warum bin ich schwanger geworden? und sie ging hin, den HERRN zu fragen. ^23Und der HERR sprach zu ihr: Zwei Voelker sind in deinem Leibe, und zweierlei Leute werden sich scheiden aus deinem Leibe; und ein Volk wird dem andern Ueberlegen sein, und der Aeltere wird dem Juengeren dienen. ^24Da nun die Zeit kam, dass sie gebaeren sollte, siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leibe. ^25Der erste, der herauskam, war roetlich, ganz rauh wie ein Fell; und sie nannten ihn Esau. ^26Darnach kam heraus sein Bruder, der hielt mit seiner Hand die Ferse des Esau; und sie hiessen ihn Jakob. Sechzig Jahre alt war Isaak, da sie geboren wurden. ^27Und da nun die Knaben gross wurden, ward Esau ein Jaeger und streifte auf dem Felde, Jakob aber ein sanfter Mann und blieb in seinen Huetten. ^28Und Isaak hatte Esau lieb und ass gern von seinem Weidwerk; Rebekka aber hatte Jakob lieb. ^29Und Jakob kochte ein Gericht. Da kam Esau vom Felde und war muede ^30und sprach zu Jakob: Lass mich kosten das rote Gericht; denn ich bin muede. Daher heisst er Edom. ^31Aber Jakob sprach: Verkaufe mir heute deine Erstgeburt. ^32Esau antwortete: Siehe, ich muss doch sterben; was soll mir denn die Erstgeburt? ^33Jakob sprach: So schwoere mir heute. Und er schwur ihm und verkaufte also Jakob seine Erstgeburt. ^34Da gab ihm Jakob Brot und das Linsengericht, und er ass und trank und stand auf und ging davon. Also verachtete Esau seine Erstgeburt. __________________________________________________________________ Kapitel 26 ^1Es kam aber eine Teuerung ins Land nach der vorigen, so zu Abrahams Zeiten war. Und Isaak zog zu Abimelech, der Philister Koenig, zu Gerar. ^2Da erschien ihm der HERR und sprach: Ziehe nicht hinab nach Aegypten, sondern bleibe in dem Lande, das ich dir sage. ^3Sei ein Fremdling in diesem Lande, und ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinem Samen will ich alle diese Laender geben und will meinen Eid bestaetigen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe, ^4und will deinem Samen mehren wie die Sterne am Himmel und will deinem Samen alle diese Laender geben. Und durch deinen Samen sollen alle Voelker auf Erden gesegnet werden, ^5darum dass Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und hat gehalten meine Rechte, meine Gebote, meine Weise und mein Gesetz. ^6Also wohnte Isaak zu Gerar. ^7Und wenn die Leute an demselben Ort fragten nach seinem Weibe, so sprach er: Sie ist meine Schwester. Denn er fuerchtete sich zu sagen: Sie ist mein Weib; sie moechten mich erwuergen um Rebekkas willen, denn sie war schoen von Angesicht. ^8Als er nun eine Zeitlang da war, sah Abimelech, der Philister Koenig, durchs Fenster und ward gewahr, dass Isaak scherzte mit seinem Weibe Rebekka. ^9Da rief Abimelech den Isaak und sprach: Siehe, es ist dein Weib. Wie hast du denn gesagt: Sie ist meine Schwester? Isaak antwortete ihm: Ich gedachte, ich moechte vielleicht sterben muessen um ihretwillen. ^10Abimelech sprach: Warum hast du das getan? Es waere leicht geschehen, dass jemand vom Volk sich zu deinem Weibe gelegt haette, und haettest also eine Schuld auf uns gebracht. ^11Da gebot Abimelech allem Volk und sprach: Wer diesen Mann oder sein Weib antastet, der soll des Todes sterben. ^12Und Isaak saete in dem Lande und erntete desselben Jahres hundertfaeltig; denn der HERR segnete ihn. ^13Und er ward ein grosser Mann und nahm immer mehr zu, bis er sehr gross ward, ^14dass er viel Gut hatte an kleinem und grossem Vieh und ein grosses Gesinde. Darum beneideten ihn die Philister ^15und verstopften alle Brunnen, die seines Vaters Knechte gegraben hatten zur Zeit Abrahams, seines Vaters, und fuellten sie mit Erde; ^16dass auch Abimelech zu ihm sprach: Ziehe von uns, denn du bist uns zu maechtig geworden. ^17Da zog Isaak von dannen und schlug sein Gezelt auf im Grunde Gerar und wohnte allda ^18und liess die Wasserbrunnen wieder aufgraben, die sie zu Abrahams, seines Vaters, Zeiten gegraben hatten, welche die Philister verstopft hatten nach Abrahams Tod, und nannte sie mit demselben Namen mit denen sie sein Vater genannt hatte. ^19Auch gruben Isaaks Knechte im Grunde und fanden daselbst einen Brunnen lebendigen Wassers. ^20Aber die Hirten von Gerar zankten mit den Hirten Isaaks und sprachen: Das Wasser ist unser. Da hiess er den Brunnen Esek, darum dass sie ihm unrecht getan hatten. ^21Da gruben sie einen andern Brunnen. Darueber zankten sie auch, darum hiess er ihn Sitna. ^22Da machte er sich von dannen und grub einen andern Brunnen. Darueber zankten sie sich nicht; darum hiess er ihn Rehoboth und sprach: Nun hat uns der HERR Raum gemacht und uns wachsen lassen im Lande. ^23Darnach zog er von dannen gen Beer-Seba. ^24Und der HERR erschien ihm in derselben Nacht und sprach: Ich bin deines Vaters Abrahams Gott. Fuerchte dich nicht; denn ich bin mit dir und will dich segnen und deinen Samen mehren um meines Knechtes Abraham willen. ^25Da baute er einen Altar daselbst und predigte von dem Namen des HERRN und richtete daselbst seine Huette auf, und seine Knechte gruben daselbst einen Brunnen. ^26Und Abimelech ging zu ihm von Gerar, und Ahussat, sein Freund, und Phichol, sein Feldhauptmann. ^27Aber Isaak sprach zu ihnen: Warum kommt ihr zu mir? Hasst ihr mich doch und habt mich von euch getrieben. ^28Sie sprachen: Wir sehen mit sehenden Augen, dass der HERR mit dir ist. Darum sprachen wir: Es soll ein Eid zwischen uns und dir sein, und wir wollen einen Bund mit dir machen, ^29dass du uns keinen Schaden tust, gleichwie wir dir nichts denn alles Gute getan haben und dich mit Frieden haben ziehen lassen. Du aber bist nun der Gesegnete des HERRN. ^30Da machte er ihnen ein Mahl, und sie assen und tranken. ^31Und des Morgens frueh standen sie auf und schwur einer dem andern; und Isaak liess sie gehen, und sie zogen von ihm mit Frieden. ^32Desselben Tages aber kamen Isaaks Knechte und sagten ihm an von dem Brunnen, den sie gegraben hatten, und sprachen zu ihm: Wir haben Wasser gefunden. ^33Und er nannte ihn Seba; daher heisst die Stadt Beer-Seba bis auf den heutigen Tag. ^34Da Esau vierzig Jahre alt war, nahm er zum Weibe Judith, die Tochter Beeris, des Hethiters, und Basmath, die Tochter Elons, des Hethiters. ^35Die machten beide Isaak und Rebekka eitel Herzeleid. __________________________________________________________________ Kapitel 27 ^1Und es begab sich, da Isaak alt war geworden und seine Augen dunkel wurden zu sehen, rief er Esau, seinen aelteren Sohn, und sprach zu ihm: Mein Sohn! Er aber antwortete ihm: Hier bin ich. ^2Und er sprach: Siehe, ich bin alt geworden und weiss nicht, wann ich sterben soll. ^3So nimm nun dein Geraete, Koecher und Bogen, und geh aufs Feld und fange mir ein Wildbret ^4und mache mir ein Essen, wie ich's gern habe, und bringe mir's herein, dass ich esse, dass dich meine Seele segne, ehe ich sterbe. ^5Rebekka aber hoerte solche Worte, die Isaak zu seinem Sohn Esau sagte. Und Esau ging hin aufs Feld, dass er ein Wildbret jagte und heimbraechte. ^6Da sprach Rebekka zu Jakob, ihrem Sohn: Siehe, ich habe gehoert deinen Vater reden mit Esau, deinem Bruder, und sagen: ^7Bringe mir ein Wildbret und mache mir ein Essen, dass ich esse und dich segne vor dem HERRN, ehe ich sterbe. ^8So hoere nun, mein Sohn, meine Stimme, was ich dich heisse. ^9Gehe hin zur Herde und hole mir zwei gute Boecklein, dass ich deinem Vater ein Essen davon mache, wie er's gerne hat. ^10Das sollst du deinem Vater hineintragen, dass er esse, auf dass er dich segne vor seinem Tode. ^11Jakob aber sprach zu seiner Mutter Rebekka: Siehe, mein Bruder Esau ist rauh, und ich glatt; ^12so moechte vielleicht mein Vater mich betasten, und ich wuerde vor ihm geachtet, als ob ich ihn betruegen wollte, und braechte ueber mich einen Fluch und nicht einen Segen. ^13Da sprach seine Mutter zu ihm: Der Fluch sei auf mir, mein Sohn; gehorche nur meiner Stimme, gehe und hole mir. ^14Da ging er hin und holte und brachte es seiner Mutter. Da machte seine Mutter ein Essen, wie es sein Vater gern hatte, ^15und nahm Esaus, ihres aelteren Sohnes, koestliche Kleider, die sie bei sich im Hause hatte, und zog sie Jakob an, ihrem juengeren Sohn; ^16aber die Felle von den Boecklein tat sie um seine Haende, und wo er glatt war am Halse, ^17und gab also das Essen mit Brot, wie sie es gemacht hatte, in Jakobs Hand, ihres Sohnes. ^18Und er ging hinein zu seinem Vater und sprach: Mein Vater! Er antwortete: Hier bin ich. Wer bist du, mein Sohn? ^19Jakob sprach zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn; ich habe getan, wie du mir gesagt hast. Steh auf, setze dich und iss von meinem Wildbret, auf dass mich deine Seele segne. ^20Isaak aber sprach zu seinem Sohn: Mein Sohn, wie hast du so bald gefunden? Er antwortete: Der HERR, dein Gott, bescherte mir's. ^21Da sprach Isaak zu Jakob: Tritt herzu, mein Sohn, dass ich dich betaste, ob du mein Sohn Esau seiest oder nicht. ^22Also trat Jakob zu seinem Vater Isaak; und da er ihn betastet hatte, sprach er: Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Haende sind Esaus Haende. ^23Und er kannte ihn nicht; denn seine Haende waren rauh wie Esaus, seines Bruders, Haende. Und er segnete ihn ^24und sprach zu ihm: Bist du mein Sohn Esau? Er antwortete: Ja, ich bin's. ^25Da sprach er: So bringe mir her, mein Sohn, zu essen von deinem Wildbret, dass dich meine Seele segne. Da brachte er's ihm, und er ass, und trug ihm auch Wein hinein, und er trank. ^26Und Isaak, sein Vater, sprach zu ihm: Komm her und kuesse mich, mein Sohn. ^27Er trat hinzu und kuesste ihn. Da roch er den Geruch seiner Kleider und segnete ihn und sprach: Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie ein Geruch des Feldes, das der HERR gesegnet hat. ^28Gott gebe dir vom Tau des Himmels und von der Fettigkeit der Erde und Korn und Wein die Fuelle. ^29Voelker muessen dir dienen, und Leute muessen dir zu Fusse fallen. Sei ein Herr ueber deine Brueder, und deiner Mutter Kinder muessen dir zu Fusse fallen. Verflucht sei, wer dir flucht; gesegnet sei, wer dich segnet. ^30Als nun Isaak vollendet hatte den Segen ueber Jakob, und Jakob kaum hinausgegangen war von seinem Vater Isaak, da kam Esau, sein Bruder, von seiner Jagd ^31und machte auch ein Essen und trug's hinein zu seinem Vater und sprach zu ihm: Steh auf, mein Vater, und iss von dem Wildbret deines Sohnes, dass mich deine Seele segne. ^32Da antwortete ihm Isaak, sein Vater: Wer bist du? Er sprach: Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn. ^33Da entsetzte sich Isaak ueber die Massen sehr und sprach: Wer ist denn der Jaeger, der mir gebracht hat, und ich habe von allem gegessen, ehe du kamst, und habe ihn gesegnet? Er wird auch gesegnet bleiben. ^34Als Esau diese Rede seines Vaters hoerte, schrie er laut und ward ueber die Massen sehr betruebt und sprach zu seinem Vater: Segne mich auch, mein Vater! ^35Er aber sprach: Dein Bruder ist gekommen mit List und hat deinen Segen hinweg. ^36Da sprach er: Er heisst wohl Jakob; denn er hat mich nun zweimal ueberlistet. Meine Erstgeburt hat er dahin; und siehe, nun nimmt er auch meinen Segen. Und sprach: Hast du mir denn keinen Segen vorbehalten? ^37Isaak antwortete und sprach zu ihm: Ich habe ihn zu Herrn ueber dich gesetzt, und alle seine Brueder habe ich ihm zu Knechten gemacht, mit Korn und Wein habe ich ihn versehen; was soll ich doch dir nun tun, mein Sohn? ^38Esau sprach zu seinem Vater: Hast du denn nur einen Segen, mein Vater? Segne mich auch, mein Vater! und hob auf seine Stimme und weinte. ^39Da antwortete Isaak, sein Vater, und sprach zu ihm: Siehe da, du wirst eine Wohnung haben ohne Fettigkeit der Erde und ohne Tau des Himmels von obenher. ^40Von deinem Schwerte wirst du dich naehren und deinem Bruder dienen. Und es wird geschehen, dass du auch ein Herr sein und sein Joch von deinem Halse reissen wirst. ^41Und Esau war Jakob gram um des Segens willen, mit dem ihn sein Vater gesegnet hatte, und sprach in seinem Herzen: Es wird die Zeit bald kommen, da man um meinen Vater Leid tragen muss; dann will ich meinen Bruder Jakob erwuergen. ^42Da wurden Rebekka angesagt diese Worte ihres aelteren Sohnes Esau; und sie schickte hin und liess Jakob, ihren juengeren Sohn, rufen und sprach zu ihm: Siehe, dein Bruder Esau droht dir, dass er dich erwuergen will. ^43Und nun hoere meine Stimme, mein Sohn: Mache dich auf und fliehe zu meinem Bruder Laban gen Haran ^44und bleib eine Weile bei ihm, bis sich der Grimm deines Bruders legt ^45und bis sich sein Zorn wider dich von dir wendet und er vergisst, was du an ihm getan hast; so will ich darnach schicken und dich von dannen holen lassen. Warum sollte ich euer beider beraubt werden auf einen Tag? ^46Und Rebekka sprach zu Isaak: Mich verdriesst, zu leben vor den Toechter Heth. Wo Jakob ein Weib nimmt von den Toechter Heth wie diese, von den Toechtern des Landes, was soll mir das Leben? __________________________________________________________________ Kapitel 28 ^1Da rief Isaak seinen Sohn Jakob und segnete ihn und gebot ihm und sprach zu ihm: Nimm nicht ein Weib von den Toechtern Kanaans; ^2sondern mache dich auf und ziehe nach Mesopotamien zum Hause Bethuels, des Vaters deiner Mutter, und nimm dir ein Weib daselbst von den Toechtern Labans, des Bruders deiner Mutter. ^3Aber der allmaechtige Gott segne dich und mache dich fruchtbar und mehre dich, dass du werdest ein Haufe Voelker, ^4und gebe dir den Segen Abrahams, dir und deinem Samen mit dir, dass du besitzest das Land, darin du ein Fremdling bist, das Gott Abraham gegeben hat. ^5Also fertigte Isaak den Jakob ab, dass er nach Mesopotamien zog zu Laban, Bethuels Sohn, in Syrien, dem Bruder Rebekkas, seiner und Esaus Mutter. ^6Als nun Esau sah, dass Isaak Jakob gesegnet hatte und abgefertigt nach Mesopotamien, dass er daselbst ein Weib naehme, und dass er, indem er ihn segnete, ihm gebot und sprach: Du sollst nicht ein Weib nehmen von den Toechtern Kanaans, ^7und dass Jakob seinem Vater und seiner Mutter gehorchte und nach Mesopotamien zog, ^8sah auch, dass Isaak, sein Vater, nicht gerne sah die Toechter Kanaans: ^9ging er hin zu Ismael und nahm zu den Weibern, die er zuvor hatte, Mahalath, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajoths, zum Weibe. ^10Aber Jakob zog aus von Beer-Seba und reiste gen Haran ^11und kam an einen Ort, da blieb er ueber Nacht; denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein des Orts und legte ihn zu seinen Haeupten und legte sich an dem Ort schlafen. ^12Und ihm traeumte; und siehe, eine Leiter stand auf der Erde, die ruehrte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder; ^13und der HERR stand obendarauf und sprach: Ich bin der HERR, Abrahams, deines Vaters, Gott und Isaaks Gott; das Land darauf du liegst, will ich dir und deinem Samen geben. ^14Und dein Same soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Abend, Morgen, Mitternacht und Mittag; und durch dich und deinen Samen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. ^15Und siehe, ich bin mit dir und will dich behueten, wo du hin ziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht lassen, bis dass ich tue alles, was ich dir geredet habe. ^16Da nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Gewiss ist der HERR an diesem Ort, und ich wusste es nicht; ^17und fuerchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Staette! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels. ^18Und Jakob stand des Morgens frueh auf und nahm den Stein, den er zu seinen Haeupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Mal und goss Oel obendarauf ^19und hiess die Staette Beth-El; zuvor aber hiess die Stadt Lus. ^20Und Jakob tat ein Geluebde und sprach: So Gott wird mit mir sein und mich behueten auf dem Wege, den ich reise, und mir Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen ^21und mich in Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll der HERR mein Gott sein; ^22und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Mal, soll ein Gotteshaus werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir den Zehnten geben. __________________________________________________________________ Kapitel 29 ^1Da hob Jakob seine Fuesse auf und ging in das Land, das gegen Morgen liegt, ^2und sah sich um, und siehe, da war ein Brunnen auf dem Felde, und siehe, drei Herden Schafe lagen dabei; denn von dem Brunnen pflegten sie die Herden zu traenken, und ein grosser Stein lag vor dem Loch des Brunnens. ^3Und sie pflegten die Herden alle daselbst zu versammeln und den Stein von dem Brunnenloch zu waelzen und die Schafe zu traenken und taten alsdann den Stein wieder vor das Loch an seine Staette. ^4Und Jakob sprach zu ihnen: Liebe Brueder, wo seid ihr her? Sie antworteten: Wir sind von Haran. ^5Er sprach zu ihnen: Kennt ihr auch Laban, den Sohn Nahors? Sie antworteten: Wir kennen ihn wohl. ^6Er sprach: Geht es ihm auch wohl? Sie antworteten: Es geht ihm wohl; und siehe, da kommt seine Tochter Rahel mit den Schafen. ^7Er sprach: Es ist noch hoher Tag und ist noch nicht Zeit das Vieh einzutreiben; traenkt doch die Schafe und geht hin und weidet sie. ^8Sie antworteten: Wir koennen nicht, bis dass alle Herden zusammengebracht werden und wir den Stein von des Brunnens Loch waelzen und also die Schafe traenken. ^9Als er noch mit ihnen redete, kam Rahel mit den Schafen ihres Vaters; denn sie huetete die Schafe. ^10Da aber Jakob sah Rahel, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter, und die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter, trat er hinzu und waelzte den Stein von dem Loch des Brunnens und traenkte die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter. ^11Und er kuesste Rahel und weinte laut ^12und sagte ihr an, dass er ihres Vaters Bruder waere und Rebekkas Sohn. Da lief sie und sagte es ihrem Vater an. ^13Da aber Laban hoerte von Jakob, seiner Schwester Sohn, lief er ihm entgegen und herzte und kuesste ihn und fuehrte ihn in sein Haus. Da erzaehlte er dem Laban alle diese Sachen. ^14Da sprach Laban zu ihm: Wohlan, du bist mein Bein und mein Fleisch. Und da er einen Monat lang bei ihm gewesen war, ^15sprach Laban zu Jakob: Wiewohl du mein Bruder bist, solltest du mir darum umsonst dienen? Sage an, was soll dein Lohn sein? ^16Laban aber hatte zwei Toechter; die aeltere hiess Lea und die juengere Rahel. ^17Aber Lea hatte ein bloedes Gesicht, Rahel war huebsch und schoen. ^18Und Jakob gewann die Rahel lieb und sprach: Ich will dir sieben Jahre um Rahel, deine juengere Tochter, dienen. ^19Laban antwortete: Es ist besser, ich gebe sie dir als einem andern; bleibe bei mir. ^20Also diente Jakob um Rahel sieben Jahre, und sie deuchten ihn, als waeren's einzelne Tage, so lieb hatte er sie. ^21Und Jakob sprach zu Laban: Gib mir nun mein Weib, denn die Zeit ist hier, dass ich zu ihr gehe. ^22Da lud Laban alle Leute des Orts und machte ein Hochzeitsmahl. ^23Des Abends aber nahm er seine Tochter Lea und brachte sie zu ihm; und er ging zu ihr. ^24Und Laban gab seiner Tochter Lea seine Magd Silpa zur Magd. ^25Des Morgens aber, siehe, da war es Lea. Und er sprach zu Laban: Warum hast du mir das getan? Habe ich dir nicht um Rahel gedient? Warum hast du mich denn betrogen? ^26Laban antwortete: Es ist nicht Sitte in unserm lande, dass man die juengere ausgebe vor der aelteren. ^27Halte mit dieser die Woche aus, so will ich dir diese auch geben um den Dienst, den du bei mir noch andere sieben Jahre dienen sollst. ^28Jakob tat also und hielt die Woche aus. Da gab ihm Laban Rahel, seine Tochter, zum Weibe ^29und gab seiner Tochter Rahel seine Magd Bilha zur Magd. ^30Also ging er auch zu Rahel ein, und hatte Rahel lieber als Lea; und diente bei ihm fuerder die andern sieben Jahre. ^31Da aber der HERR sah, dass Lea unwert war, machte er sie fruchtbar; Rahel aber war unfruchtbar. ^32Und Lea ward schwanger und gebar einen Sohn; den hiess sie Ruben, und sprach: Der HERR hat angesehen mein Elend; nun wird mich mein Mann liebhaben. ^33Und ward abermals schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Der HERR hat gehoert, dass ich unwert bin, und hat mir diesen auch gegeben. Und sie hiess ihn Simeon. ^34Abermals ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun wird mein Mann mir doch zugetan sein, denn ich habe ihm drei Soehne geboren. Darum hiess sie ihn Levi. ^35Zum vierten ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun will ich dem HERRN danken. Darum hiess sie ihn Juda. Und hoerte auf, Kinder zu gebaeren. __________________________________________________________________ Kapitel 30 ^1Da Rahel sah, dass sie dem Jakob kein Kind gebar, beneidete sie ihre Schwester und sprach zu Jakob: Schaffe mir Kinder, wo nicht, so sterbe ich. ^2Jakob aber ward sehr zornig auf Rahel und sprach: Bin ich doch nicht Gott, der dir deines Leibes Frucht nicht geben will. ^3Sie aber sprach: Siehe, da ist meine Magd Bilha; gehe zu ihr, dass sie auf meinen Schoss gebaere und ich doch durch sie aufgebaut werde. ^4Und sie gab ihm also Bilha, ihre Magd, zum Weibe, und Jakob ging zu ihr. ^5Also ward Bilha schwanger und gebar Jakob einen Sohn. ^6Da sprach Rahel: Gott hat meine Sache gerichtet und meine Stimme erhoert und mir einen Sohn gegeben. Darum hiess sie ihn Dan. ^7Abermals ward Bilha, Rahels Magd, schwanger und gebar Jakob den andern Sohn. ^8Da sprach Rahel: Gott hat es gewandt mit mir und meiner Schwester, und ich werde es ihr zuvortun. Und hiess ihn Naphthali. ^9Da nun Lea sah, dass sie aufgehoert hatte zu gebaeren, nahm sie ihre Magd Silpa und gab sie Jakob zum Weibe. ^10Also gebar Silpa, Leas Magd, Jakob einen Sohn. ^11Da sprach Lea: Ruestig! Und hiess ihn Gad. ^12Darnach gebar Silpa, Leas Magd, Jakob den andern Sohn. ^13Da sprach Lea: Wohl mir! denn mich werden selig preisen die Toechter. Und hiess ihn Asser. ^14Ruben ging aus zur Zeit der Weizenernte und fand Liebesaepfel auf dem Felde und brachte sie heim seiner Mutter Lea. Da sprach Rahel zu Lea: Gib mir von den Liebesaepfeln deines Sohnes einen Teil. ^15Sie antwortete: Hast du nicht genug, dass du mir meinen Mann genommen hast, und willst auch die Liebesaepfel meines Sohnes nehmen? Rahel sprach: Wohlan, lass ihn diese Nacht bei dir schlafen um die Liebesaepfel deines Sohnes. ^16Da nun Jakob des Abends vom Felde kam, ging ihm Lea hinaus entgegen und sprach: Zu mir sollst du kommen; denn ich habe dich erkauft um die Liebesaepfel meines Sohnes. Und er schlief die Nacht bei ihr. ^17Und Gott erhoerte Lea, und sie ward schwanger und gebar Jakob den fuenften Sohn ^18und sprach Gott hat mir gelohnt, dass ich meine Magd meinem Manne gegeben habe. Und hiess ihn Isaschar. ^19Abermals ward Lea schwanger und gebar Jakob den sechsten Sohn, ^20und sprach: Gott hat mich wohl beraten; nun wird mein Mann doch bei mir wohnen, denn ich habe ihm sechs Soehne geboren. Und hiess ihn Sebulon. ^21Darnach gebar sie eine Tochter, die hiess sie Dina. ^22Gott gedachte aber an Rahel und erhoerte sie und machte sie fruchtbar. ^23Da ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Gott hat meine Schmach von mir genommen. ^24Und hiess ihn Joseph und sprach: Der HERR wolle mir noch einen Sohn dazugeben! ^25Da nun Rahel den Joseph geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: Lass mich ziehen und reisen an meinen Ort in mein Land. ^26Gib mir meine Weiber und meine Kinder um die ich dir gedient habe, dass ich ziehe; denn du weisst, wie ich dir gedient habe. ^27Laban sprach zu ihm: Lass mich Gnade vor deinen Augen finden. Ich spuere, dass mich der HERR segnet um deinetwillen; ^28bestimme den Lohn, den ich dir geben soll. ^29Er aber sprach zu ihm: Du weisst, wie ich dir gedient habe und was du fuer Vieh hast unter mir. ^30Du hattest wenig, ehe ich her kam, nun aber ist's ausgebreitet in die Menge, und der HERR hat dich gesegnet durch meinen Fuss. Und nun, wann soll ich auch mein Haus versorgen? ^31Er aber sprach: Was soll ich dir denn geben? Jakob sprach: Du sollst mir nichts geben; sondern so du mir tun willst, was ich sage, so will ich wiederum weiden und hueten deine Schafe. ^32Ich will heute durch alle deine Herden gehen und aussondern alle gefleckten und bunten Schafe und alle schwarzen Schafe und die bunten und gefleckten Ziegen. Was nun bunt und gefleckt fallen wird, das soll mein Lohn sein. ^33So wird meine Gerechtigkeit zeugen heute oder morgen, wenn es kommt, dass ich meinen Lohn von dir nehmen soll; also dass, was nicht gefleckt oder bunt unter den Ziegen und nicht schwarz sein wird unter den Laemmern, das sei ein Diebstahl bei mir. ^34Da sprach Laban: Siehe da, es sei, wie du gesagt hast. ^35Und sonderte des Tages die sprenkligen und bunten Boecke und alle gefleckten und bunten Ziegen, wo nur was Weisses daran war, und alles, was schwarz war unter den Laemmern, und tat's unter die Hand seiner Kinder ^36und machte Raum drei Tagereisen weit zwischen sich und Jakob. Also weidete Jakob die uebrigen Herden Labans. ^37Jakob aber nahm Staebe von gruenen Pappelbaeumen, Haseln und Kastanien und schaelte weisse Streifen daran, dass an den Staeben das Weiss bloss ward, ^38und legte die Staebe, die er geschaelt hatte, in die Traenkrinnen vor die Herden, die kommen mussten, zu trinken, dass sie da empfangen sollten, wenn sie zu trinken kaemen. ^39Also empfingen die Herden ueber den Staeben und brachten Sprenklinge, Gefleckte und Bunte. ^40Da schied Jakob die Laemmer und richtete die Herde mit dem Angesicht gegen die Gefleckten und Schwarzen in der Herde Labans und machte sich eine eigene Herde, die tat er nicht zu der Herde Labans. ^41Wenn aber der Lauf der Fruehling-Herde war, legte er die Staebe in die Rinnen vor die Augen der Herde, dass sie ueber den Staeben empfingen; ^42aber in der Spaetlinge Lauf legte er sie nicht hinein. Also wurden die Spaetlinge des Laban, aber die Fruehlinge des Jakob. ^43Daher ward der Mann ueber die Massen reich, dass er viele Schafe, Maegde und Knechte, Kamele und Esel hatte. __________________________________________________________________ Kapitel 31 ^1Und es kamen vor ihn die Reden der Kinder Labans, dass sie sprachen: Jakob hat alles Gut unsers Vaters an sich gebracht, und von unsers Vaters Gut hat er solchen Reichtum zuwege gebracht. ^2Und Jakob sah an das Angesicht Labans; und siehe, es war nicht gegen ihn wie gestern und ehegestern. ^3Und der HERR sprach zu Jakob: Ziehe wieder in deiner Vaeter Land und zu deiner Freundschaft; ich will mit dir sein. ^4Da sandte Jakob hin und liess rufen Rahel und Lea aufs Feld zu seiner Herde ^5und sprach zu ihnen: Ich sehe eures Vaters Angesicht, dass es nicht gegen mich ist wie gestern und ehegestern; aber der Gott meines Vaters ist mit mir gewesen. ^6Und ihr wisst, dass ich aus allen meinen Kraeften eurem Vater gedient habe. ^7Und er hat mich getaeuscht und nun zehnmal meinen Lohn veraendert; aber Gott hat ihm nicht gestattet, dass er mir Schaden taete. ^8Wenn er sprach: Die Bunten sollen dein Lohn sein, so trug die ganze Herde Bunte. Wenn er aber sprach: Die Sprenkligen sollen dein Lohn sein, so trug die ganze Herde Sprenklinge. ^9Also hat Gott die Gueter eures Vaters ihm entwandt und mir gegeben. ^10Denn wenn die Zeit des Laufs kam, hob ich meine Augen auf und sah im Traum, und siehe, die Boecke, die auf die Herde sprangen, waren sprenklig, gefleckt und bunt. ^11Und der Engel Gottes sprach zu mir im Traum: Jakob! Und ich antwortete: Hier bin ich. ^12Er aber sprach: Hebe deine Augen, und siehe, alle Boecke, die auf die Herde springen, sind sprenklig, gefleckt und bunt; denn ich habe alles gesehen, was dir Laban tut. ^13Ich bin der Gott zu Beth-El, da du den Stein gesalbt hast und mir daselbst ein Geluebde getan. Nun mache dich auf und zieh aus diesem Land und zieh wieder in das Land deiner Freundschaft. ^14Da antworteten Rahel und Lea und sprachen zu ihm: Wir haben doch kein Teil noch Erbe mehr in unsers Vaters Hause. ^15Hat er uns doch gehalten wie die Fremden; denn er hat uns verkauft und unsern Lohn verzehrt; ^16darum hat Gott unserm Vater entwandt seinen Reichtum zu uns und unsern Kindern. Alles nun, was Gott dir gesagt hat, das tue. ^17Also machte sich Jakob auf und lud seine Kinder und Weiber auf Kamele ^18und fuehrte weg all sein Vieh und alle seine Habe, die er zu Mesopotamien erworben hatte, dass er kaeme zu Isaak, seinem Vater, ins Land Kanaan. ^19(Laban aber war gegangen sein Herde zu scheren.) Und Rahel stahl ihres Vaters Goetzen. ^20Also taeuschte Jakob den Laban zu Syrien damit, dass er ihm nicht ansagte, dass er floh. ^21Also floh er und alles, was sein war, machte sich auf und fuhr ueber den Strom und richtete sich nach dem Berge Gilead. ^22Am dritten Tage ward Laban angesagt, dass Jakob geflohen waere. ^23Und er nahm seine Brueder zu sich und jagte ihm nach sieben Tagereisen und ereilte ihn auf dem Berge Gilead. ^24Aber Gott kam zu Laban, dem Syrer, im Traum des Nachts und sprach zu ihm: Huete dich, dass du mit Jakob nicht anders redest als freundlich. ^25Und Laban nahte zu Jakob. Jakob aber hatte seine Huette aufgeschlagen auf dem Berge; und Laban mit seinen Bruedern schlug seine Huette auch auf auf dem Berge Gilead. ^26Da sprach Laban zu Jakob: Was hast du getan, dass du mich getaeuscht hast und hast meine Toechter entfuehrt, als wenn sie durchs Schwert gefangen waeren? ^27Warum bist du heimlich geflohen und hast dich weggestohlen und hast mir's nicht angesagt, dass ich dich haette geleitet mit Freuden, mit Singen mit Pauken und Harfen? ^28Und hast mich nicht lassen meine Kinder und Toechter kuessen? Nun, du hast toericht getan. ^29Und ich haette wohl so viel Macht, dass ich euch koennte Uebles tun; aber eures Vaters Gott hat gestern zu mir gesagt: Huete dich, dass du mit Jakob nicht anders als freundlich redest. ^30Und weil du denn ja wolltest ziehen und sehntest dich so sehr nach deines Vaters Hause, warum hast du mir meine Goetter gestohlen? ^31Jakob antwortete und sprach zu Laban: Ich fuerchtete mich und dachte, du wuerdest deine Toechter von mir reissen. ^32Bei welchem du aber deine Goetter findest, der sterbe hier vor unsern Bruedern. Suche das Deine bei mir und nimm's hin. Jakob wusste aber nicht, dass sie Rahel gestohlen hatte. ^33Da ging Laban in die Huetten Jakobs und Leas und der beiden Maegde, und fand nichts; und ging aus der Huette Leas in die Huette Rahels. ^34Da nahm Rahel die Goetzen und legte sie unter den Kamelsattel und setzte sich darauf. Laban aber betastete die ganze Huette und fand nichts. ^35Da sprach sie zu ihrem Vater: Mein Herr, zuerne mir nicht, denn ich kann nicht aufstehen vor dir, denn es geht mir nach der Frauen Weise. Also fand er die Goetzen nicht, wie sehr er suchte. ^36Und Jakob ward zornig und schalt Laban und sprach zu ihm: Was habe ich missgehandelt oder gesuendigt, dass du so auf mich erhitzt bist? ^37Du hast allen meinen Hausrat betastet. Was hast du von meinem Hausrat gefunden? Lege das dar vor meinen und deinen Bruedern, dass sie zwischen uns beiden richten. ^38Diese zwanzig Jahre bin ich bei dir gewesen, deine Schafe und Ziegen sind nicht unfruchtbar gewesen; die Widder deiner Herde habe ich nie gegessen; ^39was die Tiere zerrissen, brachte ich dir nicht, ich musste es bezahlen; du fordertest es von meiner Hand, es mochte mir des Tages oder des Nachts gestohlen sein. ^40Des Tages verschmachtete ich vor Hitze und des Nachts vor Frost, und kam kein Schlaf in meine Augen. ^41Also habe ich diese zwanzig Jahre in deinem Hause gedient, vierzehn um deine Toechter und sechs um deine Herde, und du hast mir meinen Lohn zehnmal veraendert. ^42Wo nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und die Furcht Isaaks, auf meiner Seite gewesen waere, du haettest mich leer lassen ziehen. Aber Gott hat mein Elend und meine Muehe angesehen und hat dich gestern gestraft. ^43Laban antwortete und sprach zu Jakob: Die Toechter sind meine Toechter, und die Kinder sind meine Kinder, und die Herden sind meine Herden, und alles, was du siehst, ist mein. Was kann ich meinen Toechtern heute oder ihren Kindern tun, die sie geboren haben? ^44So komm nun und lass uns einen Bund machen, ich und du, der ein Zeugnis sei zwischen mir und dir. ^45Da nahm Jakob einen Stein und richtete ihn auf zu einem Mal. ^46und sprach zu seinen Bruedern: Leset Steine auf! Und sie nahmen Steine und machten einen Haufen und assen auf dem Haufen. ^47Und Laban hiess ihn Jegar-Sahadutha; Jakob aber hiess ihn Gilead. ^48Da sprach Laban: Der Haufe sei heute Zeuge zwischen mir und dir (daher heisst man ihn Gilead) ^49und sei eine Warte; denn er sprach: Der HERR sehe darein zwischen mir und dir, wenn wir voneinander kommen, ^50wo du meine Toechter bedrueckst oder andere Weiber dazunimmst ueber meine Toechter. Es ist kein Mensch hier mit uns; siehe aber, Gott ist der Zeuge zwischen mir und dir. ^51Und Laban sprach weiter zu Jakob: Siehe, das ist der Haufe, und das ist das Mal, das ich aufgerichtet habe zwischen mir und dir. ^52Derselbe Haufe sei Zeuge, und das Mal sei auch Zeuge, wenn ich herueberfahre zu dir oder du herueberfaehrst zu mir ueber diesen Haufen und dies Mal, zu beschaedigen. ^53Der Gott Abrahams und der Gott Nahors, der Gott ihres Vaters sei Richter zwischen uns. ^54Und Jakob schwur ihm bei der Furcht seines Vaters Isaak. Und Jakob opferte auf dem Berge und lud seine Brueder zum Essen. Und da sie gegessen hatten, blieben sie auf dem Berge ueber Nacht. ^55Des Morgens aber stand Laban frueh auf, kuesste seine Kinder und Toechter und segnete sie und zog hin und kam wieder an seinen Ort. __________________________________________________________________ Kapitel 32 ^1Jakob aber zog seinen Weg; und es begegneten ihm die Engel Gottes. ^2Und da er sie sah, sprach er: Es sind Gottes Heere; und hiess die Staette Mahanaim. ^3Jakob aber schickte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau ins Land Seir, in die Gegend Edoms, ^4und befahl ihnen und sprach: Also sagt meinem Herrn Esau: Dein Knecht Jakob laesst dir sagen: Ich bin bis daher bei Laban lange aussen gewesen ^5und habe Rinder und Esel, Schafe, Knechte und Maegde; und habe ausgesandt, dir, meinem Herrn, anzusagen, dass ich Gnade vor deinen Augen faende. ^6Die Boten kamen wieder zu Jakob und sprachen: Wir kamen zu deinem Bruder Esau; und er zieht dir auch entgegen mit vierhundert Mann. ^7Da fuerchtete sich Jakob sehr, und ihm ward bange; und teilte das Volk, das bei ihm war, und die Schafe und die Rinder und die Kamele in zwei Heere ^8und sprach: So Esau kommt auf das eine Heer und schlaegt es, so wird das uebrige entrinnen. ^9Weiter sprach Jakob: Gott meines Vaters Abraham und Gott meines Vaters Isaak, HERR, der du zu mir gesagt hast: Zieh wieder in dein Land und zu deiner Freundschaft, ich will dir wohltun! ^10ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knechte getan hast; denn ich ha